Bundesverdienstkreuz für Wilfried Hammers: Die Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt


Der Herzogenrather Wilfried Hammers ist mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier überreichte Hammers im Haus der StädteRegion den vom Bundespräsidenten verliehenen höchsten Orden des Landes. Er erhielt ihn für sein langjähriges Engagement im sozialen und kulturellen Bereich seiner Heimatstadt. 

„Ob in der Pfarrgemeinde, beim Verein Pro Arbeit, im Sozialkaufhaus, dem DORV-Laden in Straß oder nicht zuletzt dem soziokulturellen Zentrum Klösterchen – mit Ihrem enormen Einsatz haben Sie in Herzogenrath und der StädteRegion enormes bewegt“, fasste Dr. Tim Grüttemeier zusammen. 
Auch der Herzogenrather Bürgermeister, Dr. Benjamin Fadavian war voll des Lobes: „Wir sind in Herzogenrath stolz, dass wir dich an Bord haben. Du bist sicher nicht konfliktscheu, aber eben auch jemand, der wie kaum ein zweiter verbinden, versöhnen kann. Schlicht ein Mensch voller Tatkraft, der völlig zurecht diese hohe Auszeichnung erhält.“

Als gebürtiger Merksteiner hat Wilfried Hammers sich schon früh in seiner Heimatpfarre bei der Katholischen jungen Gemeinde (KJG) eingesetzt - ab 1981 dann sogar als Geschäftsführer der KJG im Bistum Aachen. Beruflich war er langjähriger Gemeindereferent in der katholischen Gemeinde St. Josef in Herzogenrath-Straß.

Dort war er Mitgründer und seit 1990 Vorsitzender des Fördervereins Arbeit, Umwelt, Kultur in der Region Aachen e.V.. Durch den Aufbau von Recyclingbörse, Kleider- und Bauteilmärkten oder auch dem Sozialkaufhaus wurden Menschen Begegnungsräume geschaffen und durch sinnstiftende Beschäftigung neue Perspektiven eröffnet. Zu nennen ist auch das Projekt „Tellerrand“, das Menschen aus der Einsamkeit an einen gemeinsamen Mittagstisch holt. Inzwischen beliefert die Küche auch die benachbarte Kita und die OGS. Das Personal kommt aus Arbeitsloseninitiativen. Nicht vergessen darf man die Einrichtung einer „Kleinen offenen Tür“ in Straß für Kinder und Jugendliche ab 1992.

Hammers wirkte ebenfalls im Verein „Pro Arbeit e. V.“ - einem Dachverband der Arbeitsloseninitiativen in der Region Aachen – mit. Zentraler Punkt in seinem Wirken ist das, weit über die Herzogenrather Stadtgrenzen bekannte, sozio-kulturelle Zentrum „Klösterchen“ in Herzogenrath. Dort finden Lesungen, Konzerte, Kabarett oder Filmvorführungen statt. In diesem Jahr feiert das Klösterchen sein 30-jähriges Bestehen – und das immer noch mit Wilfried Hammers als Vorsitzendem.

Ein wichtiges Projekt ist auch der DORV-Laden, den er in der alten Dorfkneipe in Pannesheide ins Leben rief, um kleine Dienstleistungen und Lebensmittel von Bauern und Bäckereien aus der Region anzubieten. Er leitete den – heute genossenschaftlich geführten Laden – selber bis 2019. Auch die Erinnerungsarbeit der Arbeitsgruppe „Wider das Vergessen“ ist nach wie vor sehr wichtig für Wilfried Hammers. So wurden Stolpersteine verlegt und die Erinnerung an vergangene Gräueltaten wachgehalten. Dazu passen auch die Mahnwachen in Herzogenrath unter dem Motto „Herz statt Hass“ gegen Fremdenhass und sein großer Einsatz für Flüchtlinge.

Abschließend bedankte Hammers sich noch bei seinen Mithelferinnen und Mithelfern:

„Es wäre nie ohne die vielen Menschen, ohne das gesamte Kollektiv gegangen. Ihnen allen widme ich die heutige Auszeichnung. Ich habe immer auf dem festen Fundament des christlichen Glaubens gestanden und versucht die Menschen in den Mittelpunkt allen Handelns zu stellen.“