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Geschichte der Burg
Die Geschichte der Burg Rode
Die Burg Rode ist das historische Wahrzeichen der Stadt Herzogenrath und kann auf eine über 900-jährige Geschichte zurückblicken. Bereits im Jahr 1104 wird erstmals ein kleiner Weiler (ein viculus) erwähnt, was auf eine Burgsiedlung hinweist. Adlige nutzten die Anlage als strategischen Stützpunkt zur Kontrolle und Sicherung des nahe vorbeiführenden Handelsweges Via Belgica, der von Köln über Maastricht und Tongern bis an die Nordseeküste reichte. Die Burg erfüllte dabei sowohl militärische als auch administrative Aufgaben, insbesondere als Zollburg, an der Händler für Schutz und Durchfahrt Abgaben leisten mussten. Die Einnahmen aus diesem Zollgeschäft sollen zeitweise über 3.300 Goldgulden pro Jahr betragen haben – ein erheblicher Betrag im Vergleich zu anderen Zollstellen der Region und ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Bedeutung von Burg und Siedlung im Mittelalter.
Um 1136 gelangte Burg Rode durch die Heirat von Mathilda von Saffenberg in den Besitz des Herzogtums Limburg. In dieser Zeit bildete der nahe gelegene Fluss Wurm nicht nur die territoriale, sondern auch die kirchliche Grenze: Die Seite der Burg gehörte zum Bistum Lüttich, während das Gebiet der Unterstadt zum Erzbistum Köln zählte. Diese Grenzlage unterstrich die strategische Bedeutung der Festung zwischen den großen Herrschaftsgebieten des Heiligen Römischen Reichs.
Im ausgehenden 13. Jahrhundert spielte Burg Rode eine Rolle im Limburgischen Erbfolgekrieg und den Auseinandersetzungen der umliegenden Territorien. Der Name „s’Hertogenrode“ – sinngemäß „die Rodung des Herzogs“ – lässt sich erstmals 1282 in Urkunden nachweisen und steht ebenfalls im Zusammenhang mit der zeitgenössischen territorialen Neuordnung. Bald darauf, nach der Schlacht von Worringen 1288, fiel Burg Rode in den Besitz der Herzöge von Brabant. In dieser Zeit erhielt die Burg das zweifache Münzrecht, was ein zusätzliches Zeichen ihrer Bedeutung war.
Im Verlauf des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit wechselten die Besitzverhältnisse mehrfach: Zwischen 1387 und 1425 gehörten Burg und Land Rode den Herzögen von Burgund und waren zeitweise an das Herzogtum Jülich verpfändet. 1544 kaufte Kaiser Karl V. die Burg zurück, und von da an bis zur französischen Besetzung im Jahre 1794 lag das Anwesen im Besitz der Habsburger, erst unter spanischer, später unter österreichischer Verwaltung. Unter französischer Herrschaft wurde Burg Rode Teil der französischen Verwaltungseinheiten, bis sie nach dem Wiener Kongress 1815 an Preußen fiel. Mit dieser Neuordnung wurde Burg Rode erstmals administrativ von Kerkrade und dem Kloster Rolduc getrennt, die zuvor über Jahrhunderte eng mit dem Ort verbunden gewesen waren.
Im 20. Jahrhundert erlebte die Burg eine neue Nutzung: Von 1913 bis 1978 diente sie als Rathaus der Stadt Herzogenrath, nachdem sie in historisierenden Formen restauriert worden war. Diese Phase prägte das Erscheinungsbild des Bauwerks bis heute, auch wenn bauliche Veränderungen immer wieder vorgenommen wurden. 1977 gründete sich der Verein Burg Rode Herzogenrath e.V., der sich fortan für Erhalt, Nutzung und kulturelle Belebung der Anlage einsetzte. Bereits 1982 wurde die Burg dem Verein übertragen und das erste traditionelle Burgfest als jährliches Volksfest etabliert.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Burg Rode zu einem lebendigen kulturellen Zentrum. Wichtige Meilensteine waren beispielsweise die Neugestaltung des Burgumfelds und die Installation einer neuen Beleuchtung im Jahr 2008 oder die Eröffnung einer Dauerausstellung in den Gewölbekellern im Rahmen des LVR-Projekts „Erlebnisraum Römerstraße Via Belgica“ im Jahr 2014.
Ein weiterer bedeutender Wendepunkt war die Rückübertragung der Burg an die Stadt Herzogenrath im Jahr 2022, wodurch die Stadt wieder Eigentümerin des historischen Bauwerks wurde. Heute kooperiert die Stadt mit dem Burgverein, um die Burg als Veranstaltungsort und kulturhistorisches Zentrum zu nutzen. Im September 2023 wurde die Burg Rode von einem Blitz getroffen, weshalb sie einige Monate gesperrt werden musste. Die Reparaturarbeiten an der Elektrik zogen sich bis Herbst 2024.
In Zukunft soll die Burg als kulturhistorisches Zentrum von Herzogenrath ausgebaut werden. Erste Pläne zur Errichtung eines Heimatmuseums existieren bereits, genau wie Überlegungen zur Schaffung einer Übernachtungsmöglichkeit, beispielsweise für Hochzeitspaare. Auch eine Gastronomie soll mittelfristig wieder angeboten werden. Vorrang hat hierbei aber die Schaffung barrierefreier Zugänge zur Burg Rode sowie die weitere Sanierung, unter anderem im Dachbereich. Hierzu strebt die Stadt Herzogenrath auch die Nutzung von Fördermitteln an.