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Grundlegende Sanierung des Herzogenrather Rathauses ist langfristig günstiger
Die Stadt Herzogenrath hat die Wirtschaftlichkeit einer grundlegenden Sanierung des Rathauses umfassend untersuchen lassen. Das Ergebnis ist klar: Unter Nutzung der Fördermittel aus dem Programm „Rheinisches Revier“ ist die Sanierung über einen Betrachtungszeitraum von 30 Jahren nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch deutlich wirtschaftlicher als ein Weiterbetrieb des bestehenden Gebäudes mit fortlaufenden Einzelreparaturen.
Das Rathaus wurde zwischen 1976 und 1978 errichtet und weist nach fast fünf Jahrzehnten erhebliche altersbedingte Mängel auf. Zahlreiche Bauteile haben ihre technische Lebensdauer überschritten oder stehen kurz davor. Die Zahl der Schadensfälle und die Kosten pro Reparatur sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Allein zwischen 2021 und 2025 erhöhten sich die jährlichen Schadenskosten von rund 70.000 Euro auf rund 240.000 Euro.
Hinzu kommen Schadstoffbelastungen, die bei jeder baulichen Maßnahme aufwendig berücksichtigt werden müssen. Auch die technische Infrastruktur des Gebäudes, darunter Heizung, Elektrik, Lüftung und IT, entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zudem verpflichten gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zu einer grundlegenden energetischen Modernisierung. Spätestens mit Blick auf die Klimaneutralitätsvorgaben bis 2045 ist ein umfassender Umbau unumgänglich.
Die nun geplante energetische Sanierung sieht unter anderem den vollständigen Umstieg von Erdgas auf eine hocheffiziente Wärmepumpe sowie die Nutzung der bereits installierten Photovoltaikanlage vor. Dadurch kann der Energiebedarf des Rathauses drastisch reduziert werden. Zudem würden im Zeitraum von 2031 bis 2061 Energiekosten von fast acht Millionen Euro eingespart werden. Hauptkostentreiber im Szenario ohne Sanierung wären steigende Gaspreise, CO₂-Bepreisung und wachsende Netzentgelte.
Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf rund 40 Millionen Euro. Durch die 95-prozentige Förderung der energetischen Maßnahmen im Rahmen des Programms „Rheinisches Revier“ reduziert sich der Eigenanteil der Stadt auf rund 13 Millionen Euro.
Demgegenüber würden beim Weiterbetrieb des Gebäudes allein für Notfallreparaturen und notwendige planmäßige Sanierungen bis 2061 rund 27 Millionen Euro anfallen – ohne die strukturellen und energetischen Defizite vollständig zu beheben.
Zudem sind derzeit zahlreiche Mitarbeitende der Stadtverwaltung in Außenstellen untergebracht, teils in angemieteten Gebäuden. Diese dezentrale Struktur verursacht zusätzliche Miet-, Betriebs- und Umzugskosten sowie organisatorische Reibungsverluste.
Nach Abschluss der Sanierung können mehrere Außenstellen aufgegeben und Mietverträge gekündigt werden.
Neben den wirtschaftlichen und energetischen Vorteilen bietet die Sanierung die Chance, das Rathaus als modernen Verwaltungsstandort neu aufzustellen. Geplant sind flexible Bürostrukturen, digitale und kollaborative Arbeitsmittel, eine leistungsfähige IT-Infrastruktur sowie ergonomische Arbeitsplätze und optimierte Raumkonzepte.
Durch die Zusammenführung bislang ausgelagerter Mitarbeitender an einem zentralen Standort werden Kommunikation und Zusammenarbeit verbessert. Gleichzeitig wird die Stadtverwaltung als moderner und attraktiver Arbeitgeber gestärkt.
Der Ausschuss für Bauangelegenheiten und Gebäudemanagement hat die Verwaltung in Anbetracht dieser Ergebnisse in der jüngsten Sondersitzung beauftragt, die entsprechenden Förderprogramme zur Modernisierung des Rathauses zu untersuchen und insbesondere einen Antrag für das Förderprogramm „revier.gestalten“ zu stellen, die vorbereitenden Maßnahmen rund um die energetische Sanierung des Rathauses fortzuführen sowie Grundlagen, Möglichkeiten und Planungen im Hinblick auf moderne Arbeitswelten zu veranlassen und diese Erkenntnisse mit dem Projekt energetische Sanierung zu koordinieren. Zudem sollen die Grundlagen, Möglichkeiten und Planungen für einen Betrieb der Verwaltung während der Modernisierung erarbeitet werden.
