Familienleben in Zeiten von Corona. Tipps der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der StädteRegion Aachen.

Familien stehen in Zeiten der Corona Krise vor großen Herausforderungen

StädteRegion.Für Familien – sowohl Eltern als auch Kinder – ist in Zeiten von Corona vieles vollkommen anders als gewohnt. Die Kinder sind seit Wochen nicht in Kita oder Schule gewesen, viele Eltern müssen zudem im Home-Office arbeiten und sich dabei gleichzeitig noch um den Nachwuchs kümmern.

„Diese Situation ist für alle Seiten eine große Herausforderung“, sagt auch Angelika Overhage vom Amt für Kinder, Jugend und Familie der StädteRegion Aachen. Aus diesem Grund haben die Beratungsstellen einige Gedanken und Ideen für Familien zusammengetragen, die in der jetzigen Situation helfen können:

• Wir sitzen alle im selben Boot.
Die jetzige Lage ist auch für die Kinder eine absolute Ausnahmesituation. Angst vor etwas Unsichtbarem bestimmt die Atmosphäre, die Welt sieht anders aus (leere Straßen und Menschen mit Masken). Die Freunde sind fern und vieles darf man nicht mehr. Die Verunsicherung der Kinder drückt sich je nach Alter anders aus, ist aber immer da. Sie führt zu gesteigerter Unruhe, schlechter Laune, aber auch Verängstigung. Das alles richtet sich nicht gegen die Eltern, sondern ist der Lage geschuldet.

• Kinder brauchen Strukturen.
Anfangs war es sicher toll, viel Freizeit zu haben. Aber Strukturen schaffen Sicherheit, auch wenn sie die Kinder manchmal nerven. Eltern sollten versuchen, den Tagesablauf in eine gewisse Form zu bringen. Regelmäßige Zeiten für Aufstehen, Anziehen, Mahlzeiten, Lernen, gemeinsame Unternehmungen und das Schlafengehen geben einen wichtigen Rahmen. Sie schaffen Verlässlichkeit und machen später die Rückkehr in einen geregelten Alltag leichter.
• Eltern sollten sich und den Kindern Freiräume erlauben.
Es ist schön, mehr Zeit miteinander zu verbringen, aber nicht unbedingt rund um die Uhr. Man sollte deshalb Rückzugsmöglichkeiten für Kinder einplanen. Eine „Höhle“ unter dem Tisch oder eine Spielphase draußen sind Beispiele dafür. Eine klare Schlafenszeit für die Kinder verschafft aber auch den Eltern etwas Abendruhe.

• Mut zur Lücke.
Eltern, aber auch Kinder leisten in dieser Zeit viel - jeder auf seine Weise. Es ist eine schwierige Zeit! Dass dabei die Nerven auf beiden Seiten oft strapaziert werden, ist nicht überraschend. Man sollte Stresssituationen möglichst immer stoppen, bevor sie explodieren. Manchmal hilft es, Abstand zu schaffen, wenn es Streit gibt. Zudem ist gerade nicht die beste Zeit um Grundsatzdiskussionen zu führen.

• Man sollte die Umgebung nutzen.
Wenn es möglich ist, sollte man mit den Kindern regelmäßig nach draußen gehen. In einem Freigelände (ruhige Nebenstraße, Wiese, Wald) kann man „altmodische“ Spielideen zum Leben erwecken. Verstecken, Nachlaufen, Waldspiele, Figurenwerfen, Dinge als erster entdecken oder erraten sind gute Beispiele dafür. Oder man nutzt die moderne Technik und sucht Fotomotive. Die Bilder kann man dann beispielsweise den Großeltern schicken.

• Was gibt es außer Corona?
Das Thema Corona beherrscht die Medien, die Gespräche, ja unser gesamtes Leben. Eltern sollten die Fragen ihrer Kinder, dazu beantworten, aber ihnen das Thema auch nicht aufdrängen. Es sollte klar sein, dass man auch über andere Themen sprechen oder diskutieren und nach wie vor manchmal auch einfach nur Spaß haben kann.

Familien, die mit ihrer aktuellen Situation schlecht zurechtkommen und Unterstützung benötigen, können sich telefonisch bei den Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche der StädteRegion Aachen melden.

Die Adressen finden Sie im Internet unter:
www.staedteregion-aachen.de/erziehungsberatung

Foto: freepik

 

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