Hecken- und Baumschnitt


Hinweis zum Schutz von Nist-, Brut-, Wohn- und Zufluchtsstätten:

Gemäß § 39 Abs. 5 Nr. 2 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Verbindung mit § 64 Landschaftsgesetz NRW (LG NW)  ist es verboten,

"in der Zeit vom 01. März bis zum 30. September Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen".

Diese Vorschrift gilt im baulichen Außenbereich wie auch im Innenbereich. Bäume in Haus- und Kleingärten, Rasensportanlagen, Grünanlagen und Friedhöfe zählen zu den gärtnerisch genutzten Grundflächen und fallen nicht unter das zeitlich befristete Fällverbot. Horstbäume unterliegen, sofern sie eine Fortpflanzungs- oder Ruhestätte darstellen, als Lebensstätten einem ganzjährigen Schutz.

Die normalen Form- und Pflegeschnitte sind von dem gesetzlichen Verbot ausgenommen, weil ein ungehindertes Wachstum in der Sommerzeit zu vielerlei Gefahren u.a. für die Verkehrssicherheit führen könnte. Ferner können sie aus Gründen des Nachbarschutzes oder zur Pflege von Garten- und Parkanlagen notwendig sein. Es ist unerlässlich, bei notwendigen Form- und Pflegeschnitten an Hecken/ Bäumen auf Nist- und Brutstätten, die durch die Vorschrift des § 39 Abs. 5 Nr. 2 BNatSchG geschützt werden, Rücksicht zu nehmen und diese vom Schnitt auszusparen.

Hinsichtlich von Gehölz- und Gebüschrodungen in der nach § 39 BNatSchG Abs. 5 Nr. 2 ausgenommenen Zeit ist eine vorherige Absprache mit und eine Genehmigung der unteren Landschaftsbehörde unbedingt notwendig, da nach § 69 Abs. 3 Nr. 13 BNatSchG eine vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlung gegen § 39 Abs. 5 Nr. 2 BNatSchG eine Ordnungswidrigkeit darstellt, die gemäß § 69 Abs. 6 BNatSchG mit einer Geldbuße bis zu 10.000 € geahndet werden kann.

Vor jeder Rodung/Fällung sind die Gehölze/Bäume deshalb vom Eigentümer und/oder von der Fachfirma daraufhin zu untersuchen, ob sie als Brut- oder Nistplätze geschützter Arten (Vögel, Fledermäuse, Bilche, Siebenschläfer etc.) dienen. Sollten ein Nest oder eine Baumhöhle vorhanden sein, ist zwingend die untere Landschaftsbehörde (ULB) der StädteRegion Aachen, Herr Thyßen, Tel.: 0241 / 5198-2180 zwecks Abstimmung der weiteren Vorgehensweise (Antrag auf Befreiung bzw. Ausnahmegenehmigung) vor einer Fällung zu informieren.

Sofern eine akute und unmittelbare Gefahr durch den Baum besteht, die allein durch eine sofortige Fällung behoben werden kann, ist eine Fällung ausnahmsweise zulässig. Die zuständige Behörde (ULB) der StädteRegion Aachen oder der Fachbereich 1, Bürgerdienste (Ordnungsamt) der Stadt Herzogenrath) ist umgehend, nach Möglichkeit im Vorfeld, zu informieren. Außerdem muss der Nachweis erbracht werden, dass der Baum so gefährlich war, dass keine Genehmigung mehr eingeholt werden konnte. Es ist vor Fällung eine aussagekräftige und eindeutige Dokumentation (in Form von Bildern o.ä.) anzufertigen.

Der Grund für das Rodungsverbot ist der Schutz der Tierwelt, insbesondere der brütenden Vögel. Durch Zerstörung der "grünen" Wohn- und Zufluchtsstätten fallen auch kleine Säugetiere und Insekten vermehrt ihren Feinden zum Opfer.

Sollten Sie weitere Fragen zum Schutz der Nist-, Brut, Wohn- und Zufluchtsstätten von Vögeln, Säugetieren, Insekten und anderen haben, gibt Ihnen der zuständige Sachbearbeiter des Fachbereiches 3 - Stadtentwicklung und Umwelt - gerne Auskunft.

Ansprechpartner / Stelle

Herr Marian Zempel
Umweltbeauftragter
Raum: 319
E-Mail: Hr. Zempel
Telefon: 02406/83-327


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