Zusammenleben gemeinsam gestalten

Die Senioren- und Quartiersarbeit in Herzogenrath steht insbesondere in Pandemiezeiten vor großen Herausforderungen

Das Projekt „Im Alter IN FORM“ ist erfolgreich gestartet und entwickelt nachhaltige Perspektiven für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Immer im Einsatz für die Senioren- und Quartiersarbeit in Herzogenrath:
Ursula Kreutz-Kullmann / im Hintergrund: Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian
Bereits seit 1995 nimmt in der Stadt Herzogenrath ein aktiver Seniorenbeirat die Interessen und Belange der älteren Menschen wahr und entwickelt Ideen zur Verbesserung der Lebensqualität der Seniorinnen und Senioren.

„Um diese elementar wichtige Arbeit auch seitens der Stadt kompetent und nachhaltig unterstützen zu können, haben wir in Herzogenrath am 01. Februar 2008 das Koordinationsbüro „Rund ums Alter“ eröffnet. Damit konnten wir eine feste Anlaufstelle für älter werdende Bürgerinnen und Bürger schaffen, die sich in den Jahren für viele Menschen zu einem festen Bezugspunkt entwickelt hat“, berichtet der Leiter des Sozialamtes, Bernd Sauren.

Das Koordinationsbüro wird seit dem vergangenen Jahr von Ursula Kreutz-Kullmann betreut. Sie ist quasi Schnittstelle zwischen der aktiven ehrenamtlichen Seniorenvertretung und der Verwaltung. Frau Kreutz-Kullmann profitiert dabei von einem großen Netzwerk, das sie in über fünfjähriger Quartiersarbeit in Merkstein aufbauen konnte. Das befristete Projekt war in enger Kooperation mit der Stadt und der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Aachen-Land e.V. initiiert worden. Unter dem Motto „Mitten in Merkstein - Gemeinsam für eine gute Versorgung im Alter“ wurden gute Wohn- und Lebensbedingungen älterer Menschen durch die Initiierung und Entwicklung von Angeboten im sozialen Nahraum gefördert. „Die positive Akzeptanz und Resonanz auf diese Arbeit hat in Herzogenrath auch politisch die Weichen dafür gestellt, dass die Quartiersentwicklung in Merkstein verstetigt werden kann. Dies geschieht jetzt in städtischer Trägerschaft und ist - was mich besonders freut – perspektivisch beispielgebend für die Ausweitung auf weitere Stadtteile“, so Ursula Kreutz-Kullmann. Sie betreibt mit einem 50%igen Stellenumfang weiterhin Quartiersentwicklung in Merkstein. Hierfür ist die niedrigschwellige Anlaufstelle des Stadtteilbüros in der Kirchrather Straße 180 in Merkstein an der bewährten Stelle erhalten geblieben.

Viele Anfragen während der Pandemie-Zeit unterstreichen die Wichtigkeit einer aktiven Quartiers- und Seniorenarbeit und einer guten Vernetzung der Akteure. So haben z.B. die Einkaufsdienste aus der Nachbarschaft oder durch Ehrenamtler*innen für manchen älteren Menschen die Lebensmittelbeschaffung in Zeiten des ersten Lockdowns sichergestellt. Bedauerlicherweise hat die Krise viele bestehende Strukturen und funktionierende Netzwerke lahmgelegt. Ebenso konnte Pandemie bedingt im Januar keine Neuwahl des Seniorenbeirates stattfinden. Der neu zu wählende Beirat wird vor der Herausforderung stehen, sich mit veränderten Belangen älterer Menschen und eingebrochenen Angebotsstrukturen auseinanderzusetzen.

Es bleibt die Frage: wie kann man den Schutz vor Corona sicherstellen und gleichzeitig den negativen Gesundheitsfolgen aufgrund von Isolation und Vereinsamung entgegenwirken?

In der Stadt Herzogenrath wurden hierzu einige sehr kreative Lösungsansätze entwickelt: So haben die ehrenamtlichen Seniorenbegleiter*innen des Koordinationsbüros ihr Amt – angepasst an die Situation - weiter ausgeführt. Die Begegnungen finden nach Möglichkeit im Freien statt und die telefonische Begleitung wurde verstärkt. Bürgerinnen und Bürger werden auch in diesen Zeiten gut begleitet, wenn sie ein ehrenamtliches Engagement aufnehmen möchten, z.B. um zurückgezogene Menschen durch regelmäßige Telefonanrufe zu unterstützen.

Ganz besonders hervor zu heben ist das Projekt „Im Alter IN FORM“. Diese Initiative der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. (BAGSO) hat sich auf das Thema Gesundheitsförderung im Alter fokussiert. Angepasst an die jeweilige Verordnungslage konnten im vergangenen Jahr in den Stadtteilen Auftaktveranstaltungen durchgeführt werden. Die Akteure kommen hauptberuflich z.B. aus dem Gesundheitsbereich und der Versorgung bei Pflegebedürftigen oder sind Ehrenamtliche aus Vereinen, Verbänden, Politik und Religionsgemeinschaften. Ein Steuerungskreis und Arbeitsgruppen treiben seitdem in virtuellen und persönlichen Treffen verschiedene Anliegen voran. Planungen zu Bewegungsangeboten an der frischen Luft und Schulungen digitaler Kompetenzen älterer Menschen werden die Akteure umsetzen, sobald die aktuellen Einschränkungen wieder gelockert werden.

Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian: „Seniorinnen und Senioren liegen uns besonders am Herzen. Die kommunale Seniorenarbeit ist aktuell wichtiger denn je, um auf den sozialen und demographischen Wandel zeitgemäß reagieren zu können. Projekte wie „In Form“ führen uns deutlich vor Augen, dass auch unter Corona-Bedingungen vieles möglich ist und neue altersgerechte Aktivitäten entwickelt werden können, die auch nach der Pandemie Bestand haben werden. Ich versichere, dass wir seitens der Stadt Herzogenrath diesen Entwicklungsprozess engagiert unterstützen werden. Wir bauen die lokalen Strukturen weiter aus, um die Ressourcen und Potentiale des Alters zu nutzen“

Ansprechpartner*innen:

Für Interessierte an einer Mitarbeit im Seniorenbeirat:
Bernd Sauren, Tel: 02406/83-450
E-Mail: bernd.sauren@herzogenrath.de

Ansprechpartnerin zum Projekt „Im Alter IN FORM“, zum Koordinationsbüro, zu Teilhabe- und Unterstützungsmöglichkeiten, zum Stadtteilbüro Merkstein:
Ursula Kreutz-Kullmann, Tel.: 02406/83-440
E-Mail: ursula.kreutz-kullmann@herzogenrath.de

Ehrenamtliche Ansprechpartner*innen der Arbeitsgruppen des Kompetenznetzes der Arbeitsgruppe Im Alter IN FORM:
Heidi Klemm, Tel.: 0177-5257227, hklemm1704@gmail.com (Digitialisierung)
Myrjam Schiermeyer, schiermeyerm@gmx.de (Bewegung und Teilhabe)
Alexandra Prast, aprast52134@gmail.com, Tel.: 02406 - 30 39 789 (Versorgungssicherheit)

Foto: Pressestelle Stadt Herzogenrath

 

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