Besonders dem Leerstand soll es an den Kragen gehen. Im Bockreiter-Zentrum (Hintergrund) könnten beispielsweise Teile der Stadtverwaltung einziehen. Foto: Yannick Longerich

Am Ferdinand-Schmetz-Platz soll sich vieles ändern

Workshop zum Rahmenplan rund um den Ferdinand-Schmetz-Platz lässt Anwohner und Interessierte zu Wort kommen. Wünsche nach mehr Gastronomie und größerem Wohlfühlfaktor stehen ganz oben.

Wer dieser Tage den Ferdinand-Schmetz-Platz im Herzen der Stadt überquert, wird ihn höchstwahrscheinlich auch schnell hinter sich lassen. Ob es nun die Schaufenster der angrenzenden Einkaufsstraßen oder der schlichte Zeitdruck sind – derzeit ist das Areal leider nicht viel mehr als ein großzügig geschnittenes Verbindungsstück in der Innenstadt.

Anhand der Miniatur konnten die Bürger eigene Ideen zur Entwicklung des Ferdinand-Schmetz-Platzes einbringen. Foto: Yannick Longerich   Auch die Apolloniastraße steht im Fokus der Planungen: Das Gelände im Hintergrund des privaten Wohnhauses soll ebenfalls aufgewertet werden. Foto: Yannick Longerich   Das alte Postgelände an der Albert-Steiner-Straße spielt bereits in den Plänen zum Radschnellweg eine gewichtige Rolle. Auch von hier aus soll der Ferdinand-Schmetz-Platz Impulse erhalten. Foto: Yannick Longerich

Symbolisch steht hierfür das Bockreiter-Zentrum. Leere Schaufenster lassen die ansonsten moderne und markante Immobilie verblassen. Nachdem unter anderem ein Möbelhändler hier bis vor einiger Zeit seine Waren anbot, hat die Stadt das leerstehende Gebäude mittlerweile übernommen. In Zeiten von Online-Handel und Händlersterben gab es in den letzten Jahren keine Interessenten mehr, die sich mit ihrem Gewerbe dort langfristig niederlassen wollten. Aus einer „toten Fläche” soll nun wieder ein „Zentrum mit Wohlfühlatmosphäre werden”. Der Stadt und dem federführenden Planungsbüro „Innovative Stadt- und Raumplanung” (ISR) sind die Miteinbeziehung der Bürger in den Planungsprozess ein wichtiges Anliegen. Ein erster „Workshop rund um den Ferdinand-Schmetz-Platz” brachte eine wahre Flut an Ideen, Anregungen und Wünsche, die den Verantwortlichen wichtige Eckdaten für eine gelungene Projektentwicklungen liefern. 

Sammeln von Ideen
Das sogenannte „Integrative Handlungskonzept” in Herzogenrath-Mitte wird das Stadtbild nachhaltig verändern und modernisieren. Es überrascht daher nicht, dass der zentrale Platz als Dreh- und Angelpunkt für die größten städtebaulichen Maßnahmen auserkoren wurde. Die im Fokus stehenden Flächen und Grundstücke befinden zu überwiegendem Teil in den Händen privater Eigentümer. In Vorbereitung zum öffentlichen Workshop wurden daher an zwei vorangegangen Terminen sogenannte „Eigentümer-Werkstätten” veranstaltet. Bei diesen Zusammentreffen wurden erste Entwurfsideen gesammelt und entwickelt. Diese Ergebnisse stellten Claudia Dick, Christina Drenker und Willi Landers vom ISR sowie der technische Beigeordnete der Stadt Herzogenrath, Ragnar Migenda, den Bürgern am vergangenen Donnerstagabend vor.
Der von allen Beteiligten anvisierte „Rahmenplan” sei dabei nicht mit einem rechtskräftigen Bebauungsplan zu verwechseln. Vielmehr gehe es den Verantwortlich darum, in Kooperation mit der Bevölkerung ein gemeinsames und zum gesamten Stadtteil passendes Konzept zu erarbeiten. Großprojekte wie der Radschnellweg oder die „Wurmpromenade” werden ebenfalls direkten Einfluss auf das Gebiet haben und sollen passend integriert werden. Seitens des Plenums kam sogleich mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen die Frage nach der „politischen Sicherheit” für das Projekt auf. Die Verantwortlichen können diesbezüglich Entwarnung geben – da es bislang keine rechtsverbindlichen Pläne gibt, könne auch nichts gekänzelt werden. Man gibt sich zuversichtlich, dass die neuen Stadtverordneten das Projekt weiterführen werden.


Entwicklungswegweiser
Das Planungsbüro hat das betreffende Areal in drei Teilabschnitte untergliedert. Für den ersten Abschnitt (Altes Postgelände und Parkhaus an der Albert-Steiner-Straße) wurden zwei Bebauungsvarianten vorgestellt. Auch für den Bereich Apolloniastraße haben die Bauexperten bereits einen Vorschlag ausgearbeitet. Abschnitt Nummer drei bezieht sich auf den Ferdinand-Schmetz-Platz selbst, welcher im nördlichen Teil vom Bockreiter-Zentrum flankiert wird. Umbau- oder gar Abrissarbeiten seien hier nicht vorgesehen. Vielmehr sollen Ideen, die teilweise schon jahrelang kursieren, endlich fest gemacht werden. Die Stadt könne sich vorstellen, Teile der Verwaltung in die Herzogenrather Innenstadt zu verlagern. Das Bürgerbüro wäre somit im Zentrum der Stadt. Bevor am Rathausplatz die Kartons gepackt werden, sollte aus Sicht von Migenda das imposante Gebäude nochmal auf Herz und Nieren geprüft werden, um eine eventuell notwendige Sanierung frühzeitig zu erkennen.


Drei Varianten
Nach der Einführung begann sprichwörtlich ein „städtebauliches Speed-Dating”. Die Bürger verteilten sich an die drei aufgestellten Tische, auf welchen jeweils eine der Varianten als Miniatur maßstabsgetreu aufgebaut war. Die Experten vom ISR erklärten den Gästen die jeweiligen Vor- und auch Nachteile der zu sehenden Variante. Mit Ertönen des „Gongs” wechselte man an den nächsten Tisch. Filzstifte halfen dabei, die seitens der Bürger formulierten Anregungen und Kritiken festzuhalten und später auszuwerten. Der Wohlfühlfaktor spielte für die meisten Besucher eine elementare Rolle. Die städtebaulichen Maßnahmen sollten deshalb auch einen freien Blick vom Ferdinand-Schmetz-Platz zur Burg Rode berücksichtigen. Serviceangebote und eine vielfältige Gastronomie sollten aus Sicht der Bürger ebenfalls den neuen Platz prägen.
Die allgemeine Transparenz im Planungsverfahren kam bei den Workshop-Teilnehmern bestens an. Der „bürgerliche” Wunschzettel hilft den professionellen Planern insbesondere beim Festlegen der Gebäudestellungen und -höhen. Diese sogenannten „Platzkanten” nebst Erschließungsflächen und Wege bilden das Fundament des gewünschten Ambiente. Man möchte einen Wegweiser für die Zukünftige Entwicklung der Stadt erschaffen, der sich insbesondere der Nachnutzung des heutigen Leerstandes sowie einer lebendigen Innenstadt widmet.
Abschließend erklärte Migenda den Abschluss der Phase des „Ideen Sammelns” - die Öffentlichkeit bleibe jedoch selbstverständlich weiter in den Prozess involviert. Beste Möglichkeiten haben Interessierte hierzu im Projekt-Büro für Herzogenrath-Mitte in der Kleikstraße 32. Hier werden auch die Ergebnisse des Workshops noch einmal ausgestellt.

 

Infobox:

Projekt-Büro Herzogenrath-Mitte
Kleikstraße 32, 52134 Herzogenrath
Innenstadtmanager Christoph Küpper
024069878713
01794337513
innenstadtmanager@herzogenrath-mitte.jetzt
www.herzogenrath-mitte.jetzt

 

Öffnungszeiten:

Dienstag: 15 Uhr bis 18 Uhr
Donnerstag: 9 Uhr bis 14 Uhr

Datum:21.02.2020

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