v.li.n.re.: Nina Krüsmann, Dr. Manfred Fleckenstein, Uta Göbel-Groß

Starke Eindrücke aus fremden Ländern

Ausstellung bis zum 26. April 2019 im Rathausfoyer

Mit ihrer Ausstellung „Colours of the World . FrauWeltSicht“ im Rathausfoyer tauchen Nina Krüsmann und UTA Göbel-Groß tief ein in die afrikanische Seele und präsentieren ihre ganz persönliche Sichtweise auf die Schönheit der Welt.

Die Werkschau ist Teil des Rahmenprogramms zum Internationalen Frauentag und nimmt Bezug auf die 1999 begründete „Agenda-21-Partnerschaft“ zwischen Aachen und Kapstadt. Acht Mal bereiste die Künstlerin UTA Göbel-Groß in Arbeits- und Studienaufenthalten das südliche Afrika mit der Kapregion. Dabei sind Kunstwerke vor Ort und in der Visualisierung des Erlebten entstanden. Sie reflektieren und spiegeln aus subjektiver Sicht das Land rund 10.000 Kilometer südlich von Aachen und die Rolle der Frau.

Zur Ausstellungseröffnung begrüßte der 1. stellvertretende Bürgermeister, Dr. Manfred Fleckenstein, die  zahlreich erschienen Gäste mit den Worten: „Die heutige Ausstellung ist Teil des Herzogenrather Rahmenprogramms zum Internationalen Weltfrauentag, der bekanntlich am 8. März begangen wurde. Dass einmal ein Angehöriger des männlichen Geschlechts im Rahmen des Weltfrauentages sprechen darf, hätten sich viele vor Jahren sicher nicht vorstellen können, ich auch nicht. Für mich ist dies aber auch ein Zeichen zunehmender Normalität im Umgang der Geschlechter miteinander.“

Die so typischen Farben Afrikas hat die Künstlerin UTA Göbel-Groß in ihren Werken verarbeitet. „Schier unermesslich waren die Eindrücke und Erlebnisse bei meinen Aufenthalten, die mich in die Townships von Kapstadt, aber auch in entlegene Regionen in Namibia führten und die mich mit Menschen aller Couleur und Alter zusammenbrachten“, erzählt Göbel-Groß. Sie arbeitete in ihren Workshops und Studienaufenthalten mit dem, was sich gerade anbot, also auch mit Verpackungsmüll und Fundstücken. Sie mischte Erden, Sand und Asche, die vor Ort vorhanden waren, mit Acrylfarben und Tuschen. Das Resultat ist zum Beispiel ein feuriges Rot, das den Betrachter in den Bann der magischen Farben Afrikas zieht - es sind Symbole und Zeichen, Szenen und Motive, die den fremden Kontinent thematisieren. Beeindruckend sind die roten „Angstkästchen“ aus dem Jahr 2005. „Damals gestaltete ich Kartons, die ich auf der Straße gefunden hatte, und schnürte sie zu Päckchen zusammen. Noch heute strömen sie jene Unsicherheiten aus, in der ich damals lebte. Angst vor Gewalt, Überfällen, Begegnungen mit Tod und Krankheit, aber auch generelle Sicherheitsmängel und eine hohe Kriminalitätsrate spielten eine enorme Rolle im afrikanischen Alltag und blieben auch den Künstlern, die sich im Alltag der Schwarzen und Farbigen, weit jenseits von touristischen Pfaden, bewegten, nicht verborgen“, erzählt die 60-jährige Herzogenrather Künstlerin. Ihr Lieblingswerk „My African Heart“ aus dem Jahr 2004 spiegelt ihre große Sympathie für das facettenreiche Land wieder.

Uta Göbel-Groß arbeitet in der Euregio als Dozentin für Kunst und Kreativität und als Vorsitzende der Künstlerinnengruppe dreieck.triangle.driehoek; diese wird sich in den Osterferien im April in der Aula Carolina Aachen zum 25-jährigen Bestehen mit dem Kultur- und Ausstellungsprojekt „MYDENTITIES“ präsentieren.

Die Aachener Journalistin Nina Krüsmann widmet sich seit mehr als zehn Jahren in vielen Projekten der Reisefotografie und den Aachener Städtepartnerschaften. 2018 entstanden in und um Kapstadt farbintensive Fotografien, die einen Eindruck von der einzigartigen Schönheit der Region vermitteln. „Diese Pracht steht im krassen Gegensatz zur vorherrschenden Kriminalität insbesondere in Kapstadt, wo man gerade als Frau nicht alleine herumlaufen sollte“, betont Nina Krüsmann.

Darüber hinaus zeigt sie einen Querschnitt jüngster Arbeiten voller Lebensfreude aus Bari, Malta, Madagaskar und Mauritius. Neben Altstadt- und Hafenszenen mit Postkartenidyll hat Nina Krüsmann Fotografien ausgewählt, die den Alltagstrubel auf dem Markt der Hauptstadt von Mauritius Port Louis einfangen.

„Auf Madagaskar habe ich mich mit der Rolle der Frau beschäftigt. Madagassische Mädchen und Frauen tragen eine Gesichtsmaske auf, mit der sie ihre Haut vor der Sonne schützen. Sie gilt aber auch als Schönheitssymbol und ist für europäische Touristen mehr als exotisch“, erzählt Nina Krüsmann über ihre Eindrücke.

Es handelt sich um Momentaufnahmen, die zeigen sollen, wie schön die weite Welt ist. Es sind Erinnerungen und witzige Schnappschüsse im touristischen Getümmel. Zuletzt zeigte Nina Krüsmann in ihren Ausstellungen die Inselwelten von Mallorca, Mykonos und den Malediven, die Wunder der Natur an Nordkap und Kap Hoorn und – in Schwarz-Weiß – die Schönheit der deutschen Nordseeinsel Sylt. Nina Krüsmann ist 34 Jahre alt und lebt und arbeitet in Aachen. Die Kommunikationswissenschaftlerin, Politologin und Soziologin ist als freie Journalistin und Social-Media-Referentin für den Kulturbetrieb der Stadt Aachen tätig. Das Reisen ist ihr größtes Hobby, und die Kamera dabei ihr ständiger Begleiter. Immer wieder gibt es Orte, die sie inspirieren.

Die Ausstellung „Colours of the World . FrauWeltSicht“ mit Fotografien von Nina Krüsmann sowie Gemälden und Skulpturen von UTA Göbel-Groß ist bis zum 26. April im Rathausfoyer der Stadt Herzogenrath, Rathausplatz 1 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Foto: Pressestelle Stadt Herzogenrath

Datum:21.03.2019

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