Kooperation statt Kirchturmdenken: Die Mitglieder der Bürgermeisterkonferenz und Dr. Lothar Mahnke, Geschäftsführer der AGIT (6. v. r.), treiben eine gemeinsame Lösung bei der Gewerbeflächenpolitik voran, um die Wirtschaft in der StädteRegion Aachen zu stärken.

Die Bürgermeister in der StädteRegion Aachen setzen auf Kooperation, um genügend Gewerbeflächen zu schaffen.

Die Entwicklung und Vermarktung von Gewerbeflächen ist eine wichtige Aufgabe für Städte und Gemeinden, um ihre positive wirtschaftliche Entwicklung zu stärken. Vor allem vor dem Hintergrund des erneut anstehenden Strukturwandels geht es darum, Unternehmen ein attraktives Angebot machen zu können, wenn sie in die Region kommen wollen.

Da Gewerbeflächen in der StädteRegion immer knapper werden, haben sich die Mitglieder der hiesigen Bürgermeisterkonferenz jetzt auf einen neuen Ansatz verständigt: „Kooperation statt Kirchturmdenken ist auch in einem so sensiblen Feld der Gewerbeflächenpolitik unsere Antwort auf die Herausforderungen, vor denen wir stehen“, fasst Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier zusammen. Der Lösungsansatz ist ein gemeinsamer Gewerbeflächenpool der Kommunen Aachen, Eschweiler, Herzogenrath, Roetgen, Stolberg und Würselen. Unter dem Strich sollen durch den Gewerbeflächenpool zusätzliche Gewerbeflächen mobilisiert, möglichst flächenschonend realisiert und so vermarktet werden, dass am Ende alle Beteiligten in Form von neuen Arbeitsplätzen und zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen profitieren.

Diese Vereinbarung ist das Ergebnis eines Verständigungsprozesses zwischen Fachleuten für Planung und Wirtschaftsförderung aus den zehn städteregionsangehörigen Kommunen angesichts der sich verschärfenden Flächenverknappung. Ihr Ziel war es, ein optimales Angebot für die Neuansiedlung von technologieorientierten Unternehmen zu schaffen und gleichzeitig eine Lösung für die Flächenverknappung vor allem im Oberzentrum Aachen zu finden. Hier steigt die Flächennachfrage von Technologiefirmen vor allem durch die positiven Wirkungen des RWTH-Campus. Geeignete Flächen können aber im direkten Umfeld nicht mehr ausgewiesen werden. „Die Herausforderung war, die Nachfrage in Aachen, aber auch in Stolberg und Roetgen planerisch dorthin zu übertragen, wo wie in Eschweiler, Würselen und in Herzogenrath noch attraktive Flächenentwicklungen möglich sind“, so Dr. Lothar Mahnke, Geschäftsführer der AGIT (Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer), die den Prozess moderiert hat.

Im Zuge des Regionalplans wird der Gewerbeflächenpool als Vorschlag in Richtung Bezirksregierung Köln gehen. Gleichzeitig soll der Gewerbeflächenpool ein zentrales Projekt der StädteRegion Aachen im Strukturwandel sein. Ein zweiter Gewerbeflächenpool ist sogar kreisübergreifend mit dem Kreis Düren in der Planung. Rund um die Automobilteststrecke ATC in Aldenhoven sollen ebenfalls neue Gewerbeflächen entstehen, damit sich dort vor allem automobil-affines Gewerbe ansiedeln kann. An diesem Projekt sind neben Alsdorf und Baesweiler auf Städteregionsseite auch Aldenhoven und Linnich aus dem Kreis Düren beteiligt. „Mit diesen beiden Gewerbeflächenpools gehen wir neue Wege, die vor einigen Jahren noch undenkbar waren“, fasst Dr. Tim Grüttemeier zusammen.

Neue AGIT-Publikation „Standort im Fokus“

Dass bereits ein Engpass geeigneter Gewerbeflächen in der StädteRegion Aachen besteht, belegen die Zahlen der neuen AGIT-Publikation „Standort im Fokus“ für die StädteRegion Aachen: Das gesamte Gewerbeflächenangebot lag Anfang 2019 bei 268 Hektar und damit 16 Hektor (6 Prozent) unter dem Vorjahreswert. Vor allem hat sich insbesondere das sofort verfügbare Flächenangebot um 21 Hektar (27 Prozent) auf 54 Hektar reduziert. Die AGIT zieht daraus den Schluss, dass die Kommunen in der StädteRegion verstärkt Anstrengungen unternehmen müssen, um ihre gewerblichen Flächenreserven zur Marktreife zu bringen und so dem sich abzeichnenden Engpass entgegenzusteuern. Die Publikation „Standort im Fokus“ ist unter www.agit.de im Download-Bereich zu finden.

Datum:27.02.2020

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