Bernhard Honneff: „Bilder der Euregio“ – ein Leben für die Malerei

Ausstellung bis zum 19. April 2018 im Rathausfoyer

Kaspar Honneff hat ein umfangreiches künstlerisches Erbe angetreten. Über 450 Bilder seines Vaters, dem Maler, Künstler und Kunsterzieher Bernhard Honneff sind in seinem Besitz. Mit Hilfe des Geschichtsvereins Alsdorf wurden die Bilder mittlerweile katalogisiert. Eine Auswahl des vielfältigen Schaffens des vor 31 Jahren verstorbenen Künstlers wird im Rathausfoyer in Herzogenrath unter dem Titel „Bilder der Euregio“ bis zum 19. April 2018 präsentiert.

„Wenn ich die interessante Auswahl des großen künstlerischen Erbes ihres Vaters heute betrachte, bleibt mir nur anzumerken, dass wir uns sehr freuen, dass Sie den Weg zu uns ins Rathaus gefunden haben“, mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Christoph von den Driesch den Sohn des Künstlers, Kaspar Honneff und die Gäste zur Vernissage im Herzogenrather Rathausfoyer.

Unter dem Titel „Bilder der Euregio“ präsentiert Kaspar Honneff mit freundlicher Unterstützung des Alsdorfer Geschichtsvereins eine interessante Auswahl aus dem kreativen Schaffen seines Vaters mit Motiven aus der Euregio. Dabei sind herrliche Ansichten der Herzogenrather Burg, der Römermühle, eines Hauses in der Bierstraße, Motive aus Alsdorf, Maastricht und Neu-Moresnet und vieles mehr.

Kaspar Honneff ist der Sohn des 1987 verstorbenen Malers, Künstlers und Kunsterziehers Bernhard Honneff. Er ist eines von vier Kindern und erlebte seinen Vater immer in Verbindung mit der Malerei. Bernhard Honneff wurde am 24. Januar 1909 in Schaufenberg geboren. Von 1923 bis 1929 absolvierte er ein Studium an der Kunstgewerbeschule unter den Professores Schröder, Brandis und Jordans. Später war er als selbstständiger Maler- und Anstreicher in Alsdorf tätig und als Bezirksmeister der Maler- und Lackiererinnung des Kreises Aachen aktiv. Über 30 Jahre fungierte er als Kunsterzieher an den Berufsbildenden Schulen in Alsdorf und war Gründungsmitglied der Kolpingfamilie.  Im September 1979 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Bernhard Honneff nutzte jede freie Minute für seine große Leidenschaft – die Malerei. Ein Farbmalkasten, den er als Kind geschenkt bekommen hat, soll die Initialzündung für sein engagiertes künstlerisches Schaffen gewesen sein. Sein Repertoire an Motiven als auch an Maltechniken war enorm vielfältig. Ob Tempera-, Öl- und Spachtelarbeiten, Grafiken und Federzeichnungen – er beherrschte alle Malstile in einer ausgefeilten Perfektion. „Als Kind kann ich mich gut daran erinnern, dass mein Vater nach Feierabend fast immer vor der Staffelei stand. Da wurde die Zeit für uns Kinder tatsächlich oft knapp“, so erinnert sich Kaspar Honnef. Seine Liebe zur Malerei wollte  der Vater gerne an seine Kinder weiter geben. So kam es das Kaspar Honneff seinen Berufswunsch Metzger zu werden, nicht realisieren durfte. Er musste als Maler und Lackierer im elterlichen Betrieb arbeiten.

Nach dem Tod Bernhard Honneffs im Jahr 1987 waren viele Bilder zunächst noch im Besitz der damaligen Lebensgefährtin des Vaters. Erst einige Jahre später gingen sie in den Besitz des einzigen noch lebenden Erben, Kaspar Honneff, über. Dieser war zunächst mit der wahren Flut an Gemälden völlig überfordert. In seiner Not wandte er sich an den Alsdorfer Geschichtsverein und bat um Hilfe bei der Aufarbeitung seines künstlerischen Erbes. Dort stieß er auf offene Ohren und mit fachkundiger Unterstützung startete er das Projekt.  In akribischer Kleinstarbeit wurde jedes Bild digital erfasst und zwischenzeitlich auch gerahmt. 

„Zahlreiche Arbeiten zeigen Honneffs Liebe zum Revier“ so lautete die Überschrift eines Zeitungsberichts vor 31 Jahren. „Dem ist heute nichts hinzuzufügen“, führt der Vorsitzende des Alsdorfer Geschichtsvereins, Franz-Josef Müller aus. „Denn – hier kommt wieder der Geschichtsverein zur Geltung – denn es gilt, die Vergangenheit, dem Vergessen zu entreißen, damit wir sie für Gegenwart und Zukunft fruchtbar machen können. Und dazu gehört auch das Lebenswerk von Bernhard Honneff. Insbesondere dessen lokale und mittlerweile zum Teil historischen Motive sind heute noch sehenswerter als im Zeitpunkt der Entstehung.“

Die Ausstellung kann bis zum 19. April 2018 zu den allgemein bekannten Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Foto: Pressestelle Stadt Herzogenrath

Datum:12.01.2018

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