Bild von li.n..re.: Prof. Dr. Werner Janssen (Euriade Stichting e.V.), Marie-Gabriele und Hans-Dieter Ahlert und Marie-Theres Sobczyk (2. stellv. Bürgermeisterin).

Ein perfektes künstlerisches "Zusammenspiel"

Ausstellung bis zum 04. Januar 2019 im Rathausfoyer

Das Ehepaar Ahlert aus Kohlscheid ist seit vielen Jahrzehnten künstlerisch aktiv. Dabei hat jeder seine eigenen Vorlieben und Kunstrichtungen entwickelt. Aus dem gemeinsamen Austausch ergibt sich eine perfekte Symbiose, die die Eheleute in ihrer Ausstellung „Zusammenspiel“ bis zum 04. Januar 2019 im Herzogenrather Rathausfoyer präsentieren. Die Ausstellung erfolgt in Kooperation mit der Euriade Stichting e.V..

Ein Besuch im Atelier des Künstlerpaares Hans-Dieter und Marie-Gabriele Ahlert in Herzogenrath-Kohlscheid hinterlässt bleibende Erinnerungen. Das Atelier ist Teil ihres Wohnhauses, das seine ganz besondere Geschichte hat. Im Jahr 1977 entschloss sich das Ehepaar Ahlert ein eigenes Haus zu bauen. Nachdem sie ein passendes Grundstück in der Bergstraße gefunden hatten, agierten sie getreu ihrem Lebensmotto: „Man wächst mit den Anforderungen“. Fast zwei Jahre lang lebten sie mit ihren beiden Kindern in einem alten kleinen Gebäude auf dem Grundstück und bauten in dieser Zeit in jeder freien Minute an ihrem Haus in Holz-Skelett-Bauweise. Hans-Dieter Ahlert, von Hause aus gelernter Bauingenieur, übernahm die gesamte Planung und gemeinsam mit familiärer Unterstützung wurde gezimmert und gemauert.

Das Ergebnis ist ein individueller Bau, der räumlich und optisch zu einer Entdeckungsreise einlädt. Durch  viele baulich integrierte Nischen und Regale haben zahlreiche Tonarbeiten von Frau Ahlert einen Platz gefunden. Das Haus ist ausgestattet mit eigenen Bildkreationen von Herrn Ahlert, der in seinen Atelierräumen eine vielfältige Auswahl an Malerei, Grafik, Assemblagen und Fotografie beherbergt. „So langsam müssen wir schon sehr geschickt stapeln, damit unsere Arbeiten hier unterkommen“, berichtet Hans-Dieter Ahlert mit einem Lächeln. Schließlich sind er und seine Frau künstlerisch seit Jahrzehnten sehr produktiv.

Seine Frau hat den Werkstoff Ton für sich entdeckt. Ihre erste Begegnung mit diesem formbaren Material hatte sie bei einem VHS Kurs. „Die Arbeit mit Ton und die vielen gestalterischen Möglichkeiten, die sich dadurch eröffneten, begeisterten mich. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes „Feuer und Flamme“. Es folgten Workshops im Ludwig Forum und erste Ausstellungen von Skulpturen. Anfangs waren es abstrakte Vasen und Gefäße – heute sind der kreativen Phantasie und der mit den Jahren perfektionierten Ausführung  durch die Künstlerin, den Farben und Formen kaum noch Grenzen gesetzt. Einige Tonkreationen bearbeitet Gabriele Ahlert zum Beispiel mit einem Kieselstein, um Glanz – ganz ohne Glasuren – zu erzeugen. Eine Prozedur, die durchaus pro Werkstück eine Woche Zeit in Anspruch nehmen kann. Effekte wie eine Marmorierung sind ebenfalls sehr zeitaufwändig. Hierzu wird eine Tonarbeit in einen Ofen oder Erdloch deponiert und mit Sagespänen, Holz, Pappe, Eierkartons und Laub eingebettet. Darüber wird eine Schicht Holz angezündet und das Ganze schmort dann für ca. 1 Woche unter einem Eisendeckel. Das Ergebnis ist in der Farbgebung jedes Mal überraschend anders – überraschend schön. Besondere Effekte erzielt sie auch mit der Raku-Technik, durch die ihre Tonarbeiten eine Krakelee-Struktur erhalten, die aus dem asiatischen Raum bekannt ist.

Hans-Dieter Ahlert hat seinen eigenen künstlerischen Bereich. Seit den 80er Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Malerei. Begonnen hat er mit Aquarell- und Pastellmalerei, 1996 wechselte er zur Grattage-Technik, einer Abziehtechnik. Sie war für ihn immer der perfekte Ausgleich zu seinem Beruf. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2004 war er als Leiter der Unteren Wasserbehörde und des Umweltamtes bei der Stadt Aachen tätig. „Bei der expressiven abstrakten Malerei konnte ich von meinem Beruf abschalten. Das Experimentieren mit Farben, Formen, Materialien und Motiven fasziniert mich. Das Experiment ist ein wesentlicher Faktor in meiner künstlerischen Tätigkeit. Ich habe ein Heft voller Ideen“, so Ahlert. Derzeit hat er einen besonderen Fokus auf sogenannte Assemblagen gelegt. Die bildlich abstrakten Darstellungen mit den unterschiedlichsten Werkstoffen eröffnen dem Künstler viele Möglichkeiten der gestalterischen Weiterentwicklung.

Das Ehepaar Ahlert ist künstlerisch weiterhin neugierig und hat noch eine ganze Menge vor. Die Kunst verbindet die Beiden auf eine ganz besondere Art und Weise. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sie sich einig sind, was sie ihnen bedeutet.

Gabriele Ahlert: „Ich kann mir das Leben ohne Kunst nicht vorstellen“.  Dieter Ahlert bestätigt: „Ich frag mich immer, wieso machst Du das – aber ohne könnte ich nicht!“

Dieses perfekte „Zusammenspiel“ ist sehenswert. Die Ausstellung wird bis zum 04. Januar 2019 im Rathaus präsentiert. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen:

Atelier Ahlert, Bergstr.68, 52134 Herzogenrath

Tel.:  02407-1430                                                                                  

Mail:  h.d.ahlert@arcor.de  

Foto: Pressestelle Stadt Herzogenrath

    

Datum:15.11.2018

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