Vortrag zum Thema „Rechtsextremismus in unserer Region“

Veranstaltung am 11. Oktober 2018, 19 Uhr, Pfarrheim St. Willibrord

Auch wenn man es in Herzogenrath nicht auf den ersten Blick bemerkt, gilt die rechtsextreme Szene in der Region Aachen, Düren und Heinsberg seit Jahren als eine der aktivsten in Nordrhein Westfalen.
In den vergangenen Jahren waren in Stolberg, Aachen und Heinsberg regelmäßig Aufmärsche von Rechtsextremisten zu verzeichnen, zugleich fanden in der Region und dem benachbarten Ausland Konzerte von rechtsextremen Musikgruppen statt. Die Szene sammelt sich nach dem Verbot der „Kameradschaft Aachener Land“ im Jahr 2012 in Kreisverbänden der Partei „Die Rechte“. Im Fahrwasser der Pegida-Bewegung traten sogenannte „identitäre“ Aktivisten im Raum Aachen auf. Am rechten Rand des politischen Spektrums ist nun die AFD die maßgebliche politische Kraft. Vertreter dieser rechtspopulistischen Partei sitzen unter anderem in Aachen, Düren und Alsdorf im Stadtrat, dabei arbeiten sie nach Angaben des Bündnis gegen Rechtsradikalismus zusammen mit einem ehemaligen „Pro NRW“-Funktionär (Aachen) oder wollen, so der Sprecher des Bündnis Manfred Radermacher, mit einem über die REP in den Rat gewählten Mann eine Ratsgruppe in Alsdorf bilden (Stand: Ende April 2018).

Der Journalist Michael Klarmann recherchiert seit mehr als 18 Jahren zum Thema Rechtsextremismus im Aachener Raum und wirft in einem Vortrag am Donnerstag, 11. Oktober, um 19 Uhr im Pfarrheim St. Willibrord in Herzogenrath-Merkstein einen Blick auf aktuelle Entwicklungen und Strategien der regionalen rechte Szene. Initiatoren dieser Veranstaltung sind das Bündnis gegen Rechtsradikalismus und die Merksteiner Ortsgruppe der Naturfreunde, die gemeinsam mit Bürgermeister Christoph von den Driesch alle interessierten Bürger zu diesem kostenlosen Vortrag einladen. „Es ist wichtig, das Thema aktiv anzusprechen und Aufklärung zu betreiben, gerade auch im Hinblick auf die nächste Kommunalwahl 2020“, betont Bürgermeister Christoph von den Driesch. Manfred Radermacher vom Bündnis gegen Rechtsradikalismus und Bruno Barth, Vorsitzender der Naturfreunde stimmen zu. Es gebe eine Grauzone zwischen den militanten Rechtspopulisten und der radikalen Szene. Die Gefahr, dass rechte Gesinnungen in bürgerliche Kreise vordringen sei groß, denn vieles werde heute toleriert und man greife selten ein. Zudem treten Vertreter rechter Parteien und Organisationen heute im bürgerlichen Gewand auf. „Michael Klarmann beschäftigt sich mit den nachfolgenden Organisationen, die aus der ‚KAL‘ hervorgegangen sind. Auch wenn die ‚KAL‘ nicht mehr existiert, bedeutet das nicht, dass die betreffenden Personen nicht anderweitig aktiv sind“, betont Bruno Barth, Vorsitzender der Naturfreunde. Die Naturfreunde verstehen sich als sozial-ökologischer und gesellschaftspolitisch aktiver Verband, der sich für Völkerverständigung einsetzt. Daher beteiligt sich die Organisation als Kooperationspartner an der Veranstaltung mit Michael Klarmann. Fachwissen sei nicht notwendig, um dem Vortrag folgen zu können, lediglich Interesse an der Thematik sollte vorhanden sein. „Michael Klarmann ist absolut fachkundig und kennt die Szene. In den Augen der Rechten ist er ein Feinbild. Daher wird am Donnerstag natürlich auch für seine Sicherheit gesorgt sein“, führt Bruno Barth weiter aus. „Bildung und Aufklärung helfen. Unser Ziel ist es, zum Beispiel so genannten Protestwähler zum nachzudenken zu animieren.“ (mwe)
Datum:08.10.2018

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