Solarpark Herzogenrath: Ein spannendes Projekt des Strukturwandels mit enormem Potential für die Region

Am 15. November 2019 wurden die Planungen für das ambitionierte Energieprojekt auf dem Gelände der Nivelsteiner Sandwerke vorgestellt

Vertreter verschiedenster Gremien aus Politik und Verwaltung, darunter Regierungspräsidentin Gisela Walsken, zeigten sich beeindruckt, wiesen aber auch auf die zu erwartenden hohen Hürden für eine Genehmigung hin.

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ - unter diesem Motto hatte Charles Russell, der Geschäftsführer der n.s.w. energie GmbH, Vertreter aus Politik, Verwaltung und Ministerium auf das Gelände der Nivelsteiner Sandwerke eingeladen. Dort wurden die weiteren Planungen in dem bereits jetzt größten Solarpark NRWs öffentlich vorgestellt. Die maßgeblich am Genehmigungsprozess beteiligten Behörden sollten informiert werden und das Projekt im weiteren Verfahrensablauf unterstützen. Das Ziel: Herzogenrath soll zur größten energieautarken Stadt in Deutschland avancieren.

Zum Auftakt begrüßte Bürgermeister Christoph von den Driesch die Gäste: „Dieses Projekt ist sehr ambitioniert und man kann es sicherlich nicht von jetzt auf gleich realisieren. Ein erster Schritt war die einstimmige Unterstützung durch unsere Gremien, wofür ich dem Stadtrat ganz besonders danken möchte. Wir wollen in Herzogenrath energieautark werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen. Der Solarpark ist ein wichtiger Beitrag zum Rheinischen Revier, mit dem wir als ehemalige Bergbaustadt die Bergbaufolgelandschaft demonstrieren und den Klimawandel aktiv unterstützen können.“

Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier ist ebenfalls überzeugt von der enormen Bedeutung des Projektes - über die städteregionalen Grenzen hinaus: „Dies ist ein spannendes Strukturwandelprojekt, das für die Städteregion sehr wichtig sein kann. Die damit verbundene Förderung im Rheinischen Revier könnte die Region Aachen zu einem Modell für den Strukturwandel werden lassen. Es birgt ein unglaubliches Potential für unsere Region. Wir sind in der AG Strukturwandel - als interkommunales Instrument - tätig und werden die Projekte nicht nur regional sondern auch grenzüberschreitend abstimmen.“ Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers ergänzt: „Immer wenn ich Nivelstein besuche, fahre ich mit Enthusiasmus nach Hause. Das ist ein Projekt der Zukunft.“

Der EWV-Ingenieur Franz-Josef Türck-Hövener stellte in einem Power-Point Vortrag anschaulich die Planungen für das 143 Hektar große Gelände vor, mit der die Stadt Herzogenrath zum Vorreiter in der Energiewende werden könnte. Dabei steht die Entwicklung vom Solarpark zum Energiepark für eine energieautarke Stadt im Mittelpunkt. Hier sollen mit 75 MegaWatt rund 21.000 Haushalte mit Energie versorgt werden. In Kooperation mit dem örtlichen Energieversorger werden zukunftsfähige Überlegungen angestellt. Dabei wird auf eine Kombination von Wind und Sonne - sprich Windrädern und Solaranlagen - gesetzt. Diese Energien ergänzen sich hervorragend bei Tag und bei Nacht. Die bisher ermittelten Kosten belaufen sich auf ca. 80 Mio. Euro und man hofft auf eine Förderung von 13 Mio. Euro.

Allerdings ist klar, dass ein Projekt einer solchen Größenordnung zunächst etliche bürokratische Hürden im Hinblick auf die tatsächliche Umsetzbarkeit nehmen muss. Erst wenn alle Prüfungen und Genehmigungen erfolgt sind und die Finanzierung gesichert ist, können weitere Schritte zur Realisierung eingeleitet werden. Doch - und daran ließen Regierungspräsidentin Walsken und sämtliche Vertreter der Genehmigungsbehörden keinen Zweifel - sind noch zahlreiche Probleme zu bewältigen: „Dies ist ein sehr gutes Projekt, doch der Regionalplan hat hohe Hürden. Das Verfahren ist schwierig und langwierig. In der nächsten Phase muss das Gesamtkonzept auf seine Umsetzbarkeit hin geprüft werden unter Beteiligung des Regionalrates.“

Das ist Charles Russell und den Planern sehr wohl bewusst: „Wir wissen, dass wir einen weiten Weg vor uns haben. Doch nur wenn wir von Anfang an transparent arbeiten und alle Beteiligten einbinden, können wir ihn beschreiten. Der Energiepark bietet eine einzigartige Chance für unsere Stadt. Wir müssen abwarten, wie das weitere Verfahren läuft und hoffen, dass uns möglichst viele Entscheidungsträger unterstützen“.

Nach dem Vortrag waren die Anwesenden sich einig, dass die Begeisterung für das Projekt entfacht wurde. Da die Planungen in einigen Teilen mit den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen nicht vereinbar sind, wie Städteregionsrat Dr. Grüttemeier anmerkte, wird noch viel Arbeit zu leisten sein und es müssen „dicke Bretter“ gebohrt werden.

Michael Gäßner, Leiter der Abteilung Energie im Wirtschaftsministerium NRW: „Der Energiepark kann ein Modell für andere Energie-Großprojekte werden. Von daher stehe ich dem Vorhaben sehr positiv gegenüber. Ich beschönige aber auch nicht, dass die Realisierung schwierig wird.“

Die Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR), ist die Instanz, die für die Verteilung der Fördergelder zuständig ist, die nach dem Beschluss der Kohlekommission und dem Gesetzentwurf ins Revier fließen sollen. Rund 15 Milliarden Euro gilt es dann zu verteilen. Ralf Sterck, Geschäftsführer der Agentur: „Energie ist ein Zukunftsfeld für das rheinische Revier. Dieses Projekt ist genau das Richtige, das wir fördern wollen. Ich kann mir vorstellen, dass eine Jury in den kommenden Jahren, der wir das Projekt vorlegen werden, sehr wollwollend reagieren wird.“

Der Energiepark Herzogenrath könnte als der Erste in Deutschland ein Vorzeigeprojekt für vorbildlichen Klimaschutz im Rheinischen Revier werden und damit Geschichte schreiben. Charles Russell und seine Planer arbeiten mit Hochdruck daran.

Datum:18.11.2019

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