v.li.n.re.: Jürgen Venohr, Helena Stjerna, Ursula Kreutz-Kullmann, Anja Wessing, Rita Wölfinger, Horst Salke, Hans-Georg Buchberger, Bürgermeister Christoph von den Driesch, Ute Corsten, Franz Essing

„Heute ist es Zeit, ans Licht zu treten“

Ausstellung bis zum 20. November 2019, Rathausfoyer

Die Ausstellung ist der Abschluss der Aktivitäten, die im Rahmen des euPrevent-Projektes „Seniorenfreundliche Gemeinde in der Euregio Maas-Rhein“ in Herzogenrath stattgefunden haben. Seit 2016 wurden grenzüberschreitend unterschiedliche Aktionen und Aktivitäten durchgeführt, die insbesondere die Bevölkerung auf die Problemlagen von Menschen mit Demenz und Menschen mit Depression im Alter aufmerksam machen.

Die Ausstellungseröffnung „Heute ist kein Tag für Energie mehr“, war ein berührendes Erlebnis für alle Teilnehmenden. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Krankheit „Depression“. Viel Persönliches geben die Künstlerinnen und Künsler preis. „Heute ist es Zeit, ans Licht zu treten“, sagt Franz Essing, bevor er den Zuhörern seine Geschichte „Wie ich mit meiner Depression Kaffee trinken ging“ vorträgt. Das Zitat ist bezeichnend für die gesamte Ausstellung, in der sich betroffene Menschen in Text und Bild zeigen. Die ausgestellten Bilder wirken erstaunlich farbenfroh. Betroffene, die aus der Spirale der depressiven Gedanken hinausfinden möchten, haben im malerischen Tun eine Ressource entdeckt und schenken sich mit schönen Farben und Formen selbst Lebensenergie. Aussagekräftig sind die Texte der Schreibwerkstatt von Helena Stjerna, die die Ausstellung ergänzen und für fast zwei Monate im Rathausfoyer informieren und zum Nachdenken anregen. Bereits im Vormittag war der Bürgermeister, der abends auch die Ausstellung eröffnete, mit den Künstlerinnen und Künstlern über die Ausstellungsexponate ins Gespräch gekommen. Die Kreativen waren beeindruckt von der Wertschätzung, die sie mit dieser Ausstellung erfahren. Redner Pfarrer Joachim Wehrenbrecht, der mit seiner eigenen Betroffenheit offen umgeht, stellte u.a. die Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung heraus, die im Konzept der Ausstellung sichtbar würde. Lob ging auch an Triangel, die Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen und ihre Angehörigen, in deren Kreativworkshops ein großer Teil der Bilder entstanden sind. Neben der Triangel-Mitarbeiterin Anja Wessing fand auch Ursula Kreutz-Kullmann vom AWO Projekt „Mitten in Merkstein“ lobende Anerkennung. Sie haben die Ausstellung gemeinsam mit Sozialamtsleiter Bernd Sauren trotz einiger unvorhergesehener Hürden zu einem Ergebnis gebracht haben, dass eine Besucherin mit den Worten zusammenfasste „Das ist gelungen!“.

Die Ausstellung ist der Abschluss der Aktivitäten, die im Rahmen des euPrevent-Projektes „Seniorenfreundliche Gemeinde in der Euregio Maas-Rhein“ in Herzogenrath stattgefunden haben. Seit 2016 wurden grenzüberschreitend unterschiedliche Aktionen und Aktivitäten durchgeführt, die insbesondere die Bevölkerung auf die Problemlagen von Menschen mit Demenz und Menschen mit Depression im Alter aufmerksam machen. Das Projekt sollte positive Effekte erzielen und im Ergebnis die Lebensqualität der erkrankten Menschen und deren Angehörigen verbessern. Mit der Ausstellung ist dies sicherlich gelungen.

Foto: Pressestelle Stadt Herzogenrath

Im Ausstellungszeitraum sind begleitende Aktionen geplant, die zusätzlich zum Thema Depression informieren und sensibilisieren möchten:

Begleitprogramm zur Ausstellung „Heute ist kein Tag für Energie mehr!“

Alle Veranstaltungen finden im Rathaus der Stadt Herzogenrath statt!

Freitag, 18. Oktober, 10:00 – 12:00 Uhr

und

Donnerstag, 21.11.2019, 10:00 – 12:00 Uhr

Kraniche basteln, Persönliches Beratungsangebot – Anja Wessing, Triangel

In Japan steht der Kranich für Langlebigkeit und Glück.  Viele Legenden und Geschichten ranken um den Kranich. U.a. glaubt man: Wenn ein kranker Mensch tausend Papierkraniche faltet – oder wenn sie für ihn gefaltet werden - so wird er wieder gesund. Im Rathausfoyer besteht die Möglichkeit, die Origami-Technik des Kranichfaltens unter Anleitung persönlich auszuprobieren. Mit dieser öffentlichen Aktion sollen auch die zufälligen Besucher*innen im Rathaus auf die Ausstellung aufmerksam gemacht werden. Parallel besteht die Möglichkeit zu persönlichen Beratungsgesprächen mit Anja Wessing von Triangel, der Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch Kranke und Angehörige. Hierzu steht ein geschützter Raum im Rathaus zur Verfügung.

Dienstag, 29. Oktober, 10:00 – 12:00 Uhr

Schreibwerkstatt mit Elfchen - Helena Stjerna

Die in der Ausstellung veröffentlichten Texte sind in einer Schreibwerkstatt entstanden, in der sich Betroffene unter der Begleitung von Helena Stjerna mit ihrer Erkrankung auseinandergesetzt haben. Einem hierbei entstandenen Vers mit elf Wörtern, einem „Elfchen“ ist der Ausstellungstitel entnommen: 

Heute

kein Tag

für Energie mehr

weil kein schönes Wetter

ist

An diesem Vormittag haben Interessierte die Möglichkeit, sich mit der Gedichtsform Elfchen an ihnen wichtige Themen anzunähern. Thema der Gedichte können Wörter zu Depressionen, Medikamenten oder psychiatrischen Krankheiten sein, aber auch ganz andere Dinge wie Freude, Sonne, Licht und Freiheit. Alles ist erlaubt! Das wichtigste ist immer die Beschäftigung und der Austausch mit anderen.

Mittwoch, 13. November, 18:00 Uhr

Buchlesung „Die Schwere: Mein langer Weg mit Depressionen zu leben“

- Pfarrer Joachim Wehrenbrecht

Offen spricht Joachim Wehrenbrecht über seine eigenen Erfahrungen mit der Krankheit „Depression“, die ihn auf seinem Lebensweg begleitet. An diesem Abend liest der Herzogenrather Pfarrer aus seinem Buch „Die Schwere: Mein langer Weg mit Depressionen zu leben“ und steht anschließend für einen Austausch zur Verfügung.

Mittwoch, 20.11.2019, 18:00 Uhr

Fachvortrag „Depressionen und Angst im Alter“

- Dr. phil. Dipl.-Psych. Psychologe René Vohn

Die Initiatoren der Ausstellung hoffen, dass die Bilder und Texte im Rathaus und die begleitenden Aktionen das Interesse der Öffentlichkeit an den Hintergründen depressiver Erkrankungen und das Verständnis für betroffene Menschen vermehrt. Zum Abschluss des Ausstellungszeitraumes steht noch einmal ein Fachmann zur Verfügung, dessen Informationen zu einem größeren Verständnis beitragen sollen. Dr. phil. Dipl.-Psych. Psychologe René Vohn gibt aus psychotherapeutischer Sicht Einblicke in die Entstehung und Therapie von psychischen Störungen im höheren Lebensabschnitt. Eingeladen sind Betroffene, Angehörige und alle Interessierten.

Datum:16.10.2019

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