Gemeinsam für Frieden, Freiheit und Toleranz

„Wir haben das Glück seit 75 Jahren in Frieden leben zu können!“

Aktivitäten zum 75. Jahrestag der Befreiung der Stadt Kerkrade von der Naziherrschaft

"Wir haben das Glück seit 75 Jahren in Frieden leben zu können!" Mit diesen Worten begrüßte der Herzogenrather Bürgermeister Christoph von den Driesch gemeinsam mit seiner Kerkrader Amtskollegin Petra Dassen-Houssen zu einem Pressegespräch im Rathaus anlässlich der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Befreiung der Stadt Kerkrade von der Naziherrschaft unter dem Motto: “Friede – Freiheit – Toleranz – Kerkrade ohne Grenzen.“

An der Konferenz nahmen auch Lehrer und Schüler des Herzogenrather Gymnasiums teil, die diese Thematik auch im Unterricht sehr engagiert bearbeiten. Die Schüler, Mara Wörsdörfer, Manuel Frohn und Thorsten Hunds – allesamt Schüler der 10. Jahrgangsstufe sind sich einig: „Die Ereignisse von vor 75 Jahren dürfen sich nie wiederholen. Wir müssen wissen was wir nicht machen dürfen.“ Für sie ist der derzeitige Ruck zur rechten Gesinnung unverständlich. Mara: „ Man kann nicht wegen eines Menschen eine ganze Gruppe verurteilen. Ich verstehe deshalb nicht , wieso Menschen pauschal sagen: „Ich mag keine Ausländer“. Wie bei jeder Gruppe gibt es „schwarze Schafe“ – egal ob Ausländer oder nicht. Thorsten ergänzt: „Am Gymnasium besteht eine hohe Bereitschaft das Thema auf zuarbeiten. Wir wollen damit auch den Kurs nach rechts aufhalten. Wir müssen wissen, was wir nicht machen dürfen.“

Christian Reifert, Lehrer am Herzogenrather Gymnasium: „Die Medien bieten uns allen eine Vielfalt an Möglichkeiten. Aber es ist ein Überdruss spürbar sich damit auseinanderzusetzen. Dadurch dass unsere Schule so nah an der Grenze liegt, haben wir einen konkreteren Bezug zum Thema. Bei den Schülern ist eine höhere Motivation spürbar sich engagiert mit der Thematik zu beschäftigen. Dabei ist es wichtig, dass den Schülern klar vermittelt wird, das es bedeutet in einer Demokratie zu leben.“ Er berichtet von einem schulischen Austauschprojekt mit Serbien, bei dem viele Freundschaften entstanden sind und bei den Schülern politisches Interesse entfacht wurde. Das Projekt wurde von dem ehemaligen Schulleiter, Reinhard Granz, mitinitiiert. Es bietet auch für die Lehrer sehr viele Möglichkeiten, bei denen Desinteresse und Gleichgültigkeit wiederlegt werden können. Dabei heißt es aus der Vergangenheit lernen und gleichzeitig nach vorne schauen. Gemeinsam mit Kerkrade wurde ein Schulprojekt gestartet, bei dem der Europagedanke  eine elementare Rolle spielt - denn hierbei existieren keine „Grenzen“ und Schülergruppen werden  zusammengeführt.

Die Lehrer, Anja Gossens, Christian Reiferth und Schulleiterin Renate Schwab vom Herzogenrather Gymnasium sind stolz darauf, dass ihre Schülerinnen und Schüler so engagiert an dem Projekt mitarbeiten. Mara aus der 10. Jahrgangsstufe: „Das alles ist vor unserer Tür passiert. Es darf sich nie wiederholen. Wir müssen wissen, was wir nicht machen dürfen.  Christian Reiferth ergänzt: „ Erstmals in der 9. Klasse ist der Nationalsozialismus bei uns ein Thema. Ich finde es sehr wichtig, dass die Schüler klar vermittelt bekommen, was es bedeutet in einer Demokratie zu leben. Das politische Interesse zu wecken ist dafür elementar.“ Maßgeblich begleitet und initiiert der frühere Schulleiter des Herzogenrather Gymnasiums, Reinhard Granz, das Projekt und er ist davon überzeugt: „ Das Projekt bietet eine tolle Möglichkeit für die Lehrer Desinteresse und Gleichgültigkeit in der jungen Generation zu wiederlegen. Alle können aus der Vergangenheit lernen und gleichzeitig nach vorne schauen. Der Europagedanke wird gestärkt – denn bei diesen Aktionen existieren keine Grenzen und Schülergruppen werden zusammengeführt.“

Das Schulprojekt läuft bis zum 5. Mai 2020 gemeinsam mit der Stadt Kerkrade und den Schulen im Einzugsgebiet. In dieser Zeit werden Gruppen zusammenarbeiten und den Dialog ausweiten, damit sich die schreckliche Geschichte nicht noch einmal wiederholt.

Datum:05.09.2019

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