Soziokulturelles Zentrum Klösterchen: Erinnern, mahnen und handeln- ein untrennbarer Dreischritt

Filmvorführung am 30. Januar 2020, 19.30 Uhr, Dahlemer Str. 28

In unmittelbarer terminlicher Nähe des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, der am 27. Januar begangen wird, haben sich das "Soziokulturelles Zentrum Klösterchen", der Arbeitskreis "Wege gegen das Vergessen" der Stadt Herzogenrath, sowie das Evangelische Erwachsenenbildungswerk im Kirchenkreis Aachen erneut zusammen getan.

Gemeinsam laden sie am Donnerstag, 30. Januar um 19.30 Uhr zum Kinodokumentarfilm "Wir sind Juden aus Breslau" ins Kulturhaus an der Dahlemerstraße 28 in Herzogenrath ein.

Noch einmal historisch in das Jahr 1933 und danach zurückzublättern, schien den Veranstaltern nach einem Angebot der Regisseurin Karin Kaper aus Berlin, die auch nach dem Film zum Gespräch bereit steht, dringend geboten, da auch so ein eindrückliches Zeichen gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa gesetzt werden kann. Außerdem zeigt der Film aus geschichtlicher Perpsktive auf, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Schließlich setzt der Streifen anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in unmittelbare Beziehung. Zum Inhalt des Films, der am 6.11.2016 im polnischen Wroclaw Premiere feierte und seither mit vielen Filmpreisen ausgezeichnet wurde: Die Zeitzeugen waren damals jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft und fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde gut beheimatet und aufgehoben. Dann kam Hitler an die Macht und ab diesem Zeitpunkt verbindet diese damals Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche von ihnen mußten fliehen oder ins Exil gehen und einige überlebten später gar das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich und selbst auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt. 14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Dokumentarfilms und erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenportrait. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich und reisen ins heutige polnische Wroclaw, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus in weiten Teilen Europas schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

Ein Eintritt wird für dieses lebendige Zeitzeugnis bewusst nicht erhoben, wobei gerne Spenden für die Antirassismusarbeit im Klösterchen gegeben werden dürfen.

Am Morgen des 31.1. schließlich wird der Film einem großen Auditorium in der Aula des Schulzentrums Herzogenrath allerdings als schulinterne Veranstaltung im Rahmen der Kulturkooperation zwischen dem Klösterchen und dem Gymnasium Herzogenrath gezeigt.

Datum:17.01.2020

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