Auch weiterhin mit der Triebkraft der Solidarität unterwegs

Jüngst hatte der Vorstand des in Herzogenrath ansässigen Förderverein Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen e.V. in sein "Soziokulturelles Zentrum Klösterchen" zur turnusmäßigen Mitgliederversammlung eingeladen.
Als amtierendem 1. Vorsitzenden war es der Praxis nach die Aufgabe von Wilfried Hammers den Bericht des zivilgesellschaftlich engagierten Gremiums vorzutragen.

Deutlich wurde, dass die Arbeit mit erwerbsarbeitslosen Menschen und deren Qualifizierung in der Gesellschaft keineswegs die Wertschätzung genießt, die sie zweifelsfrei verdient hätte. In einer Zeit mit einem nominell hohen Beschäftigungssockel gerät diese wichtige Arbeit, die der Förderverein sich selbst zur Aufgabe gesetzt hat, aus Sicht vieler Anderen eher zu einer Nischenbeschäftigung. Auch ist es fatal, dass die Überführung dieser elementar wichtigen Aufgaben seit der Delegation an das Jobcenter und die Bundesagentur für Arbeit dazu geführt hat, dass sich die Kommunalpolitik aus dieser Aufgabenstellung für ihre Bürger, die wegen Erwerbsarbeitslosigkeit nicht weniger diesen bürgerlichen Status haben, quasi verabschiedet hat.

Entsprechend ausgedünnt ist auch daher die finanzielle Ausstattung solcher sozialwirtschaftlichen Betriebe, so wie sie der Förderverein in Herzogenrath betreibt und aus Vorstandssicht gilt es weiterhin alles daran zu setzen, sich gesellschaftspolitisch für einen regulären sogenannten zweiten Arbeitsmarkt einzusetzen, auch um Arbeitsbiografie langzeiterwerbsarbeitsloser Menschen anders und würdevoller gestalten zu können, statt meist auf das Prinzip eines arbeitsmarktpolitischen Durchlauferhitzers mit Projekten mit begrenzter Laufzeit beschränkt zu sein. Auch die in Zusammenhang mit der Alltagsarbeit geleisteten klimafreundlichen anderen Aspekte kamen bei der Versammlung zur Sprache, das es ja an der Schnittstelle von Ökonomie und Ökologie darum geht, Produkte jeglicher Art möglichst lange im Materialkreislauf zu halten und ihnen durch Transformation mit anderen Werkstoffen nach Möglichkeit einen neuen Wertstoffzyklus zu ermöglichen. Um hier in andere Sphären vorzustoßen, wird man nun nach reiflicher Überlegung in ein vom Bundeswissenschaftsministerium kofinanziertes Projekt zusammen mit zwei weiteren sozialwirtschaftlichen Betrieben und der Uni in Trier einsteigen, die in der Kooperation für das ressourcenorientierte Wertstoffmanagment zuständig sind. Noch jetzt im Oktober wird es dazu die Auftaktveranstaltung auf dem Campus der Uni in Trier geben. Während dieser Teil der inhaltlichen Arbeit den Projektnamen UpZent trägt und hauptsächlich Wertstoffe aus der Industrie und dem produzierenden Gewerbe im Blick hat, geht es mit dem Projekt "Aufgemöbelt" als Pendant um Wertstoffe aus dem privaten Sektor. Auf beiden Seiten der Medaille passende Abfallstoffe zu generieren und so zu neuen Produkten aus Recyclingmaterial mit Hilfe von Designern zu kommen und dafür auch einen Kundenkreis aufzubauen, der sich ebenfalls dieser Ressourcenschonung verpflichtet sieht, wird zunächst die Hauptaufgabe bei Upzent sein.

Neben der Zukunftsorientierung gab es mit der derzeit wirtschaftlich prekären Lage des DORV in Pannesheide und der bedrohlichen Entwicklung auf dem auch globalen Textilmarkt zwei Dauerbaustellen zu besprechen. Da der Förderverein und sein Erstlingsprojekt Recyclingbörse im kommenden Jahr bereits 30 Jahre alt werden, wird es natürlich wieder ein großes Fest geben.

So steht für Samstagabend, 2. Mai 2020 eine große gesellschaftspolitische Revue in der Aula des Schulzentrums unter Schirmfrauschaft von Claudia Moll (MdB, SPD) unter dem Titel "KonsUmkehr- 30 Jahre vernetzt denken und handeln" im Focus der Feierlichkeiten, bevor dann das große völlig umgekrempelte Familienfest am Sonntag 3. Mai dieses Mal auf dem Gewerbegelände "Im Straßer Feld" in der Ortslage Herzogenrath-Straß dort gefeiert wird, wo sich auch eine große Halle und die Büros des Vereins befinden. Nach der Testierung einer untadeligen Buchführung bei gleichzeitiger prekärer finanzieller Ausstattung wurden erneut die drei bisherigen Mandatsträger Wilfried Hammers, Hans Michael Peinkofer und Franz-Josef Reinartz auch für die kommenden beiden Jahre als Verantwortliche in ihren Ämtern durch Wahl bestätigt. Lediglich Gertrud Fischer mußte sich aus Alters- und Gesundheitsgründen aus ihrem Amt zurückziehen.

Dankbar wurde am Ende der Versammlung erwähnt, dass die Merksteiner Pfarrei St. Willibrord nun bereits zum 8. Mal dazu aufgerufen hatte, im Rahmen des nun schon 13. Solidaritätslaufs zugunsten von Menschen ohne Arbeit für das Gebrauchtwarenkaufhaus PATCHWORK des Fördervereins zu laufen und einen Tag zuvor den stolzen Betrag von 573,10 Euro im Rahmen des Fifty-Fifty-Erlöses übergeben hatte.

Text: Wilfried Hammers

Datum:16.10.2019

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