Blüh- und Langgraswiesen - Roda blüht auf!

Blüh- und Langgraswiesen - Roda blüht auf!

Die Stadt Herzogenrath leistet mit Blüh- und Langgraswiesen einen Beitrag zum Artenschutz


Der Lebensraum für unsere heimischen Tiere, Insekten und Vögel, aber auch für Pflanzen wird immer knapper. Viele dieser Arten und sind vom Aussterben bedroht und stehen auf der roten Liste. Dies stellt langfristig ein Problem für uns Menschen dar, da „die biologische Vielfalt […] die existentielle Grundlage für menschliches Leben [bildet] (Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“, 2010, S. 1)“. Nicht nur für unsere Ernährung, sondern auch für die Produktion vom lebensnotwendigen Sauerstoff brauchen wir eine große Pflanzenvielfalt. Für den Schutz von Klima und Umwelt ist eine große Artenvielfalt unerlässlich.

Die Stadt Herzogenrath sieht es daher als ihre Verpflichtung an, einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten. Durch Blüh- und Langgraswiesen soll Lebensraum für besonders gefährdete Tiere und Pflanzen geschaffen werden, um damit deren Erhalt zu gewährleisten. Der Arbeitskreis für Artenschutz, Forst- und Landwirtschaft der Stadt Herzogenrath hat dafür innerhalb des Stadtgebietes insgesamt 17 Flächen ermittelt, auf denen im Frühjahr 2022 Blüh- und Langgraswiesen angelegt werden. Insgesamt wird dadurch eine Fläche von fast 20.000 m2 im Städtegebiet zu Oasen für die Artenvielfalt. Dies kommt zusätzlich zu den 8000 m2 bereits existierenden Blühwiesen wie z.B. der Blühwiese an der Markttangente, die teilweise schon vor 10 Jahren angelegt wurden.


Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Blühwiese und einer Langgraswiese?

Auf Blühwiesen werden hauptsächlich blühende, kurzlebige Kräuter mit einer Lebensdauer von ein bis drei Jahren ausgesät, die sich durch Selbstaussaht vermehren. Diese dienen als Nahrungsquellen für viele Insekten, wie Bienen und Schmetterlinge. Damit eine solche Wiese gut wächst, braucht es eine gute Vorbereitung: die bestehende Grasnarbe muss abgetragen werden, dann wird der Boden mit Kies oder Sand abgemagert, da Blühwiesen nährstoffarme, magere Böden bevorzugen. Anschließend kann gesät werden. Nach der Aussaat ist es dann wichtig, diese Flächen feucht zu halten, damit sich bis zum Sommer eine geschlossene Blütenpracht entwickelt.

Bei einer Langgraswiese ist die Vorbereitung einfacher. Diese wird einfach nur ein bis zwei Mal im Jahr, frühestens im Juli, gemäht. Die Langgraswiesen können daher durchaus als ungepflegt wahrgenommen werden. Nach der Mahd wird das Mähgut von der Fläche entfernt, um eine natürliche Abmagerung der Flächen zu erreichen. Langfristig stellen sich auf diesen Flächen, durch Entzug von Stickstoff, die für den jeweiligen Standort typischen Kräuter und Blumen ein. Das Mähgut kann für Schaf- und Pferdezüchter als Futter (Heu) verwendet werden.

Tatsächlich sind die Vorteile „bunter Wiesen“ so vielfältig wie die darin lebenden Arten:

-          Die Flächen bieten Lebensraum und Nahrungsquellen für Insekten und steigern die Artenvielfalt.

-          Die einheimischen Vögel finden mehr Nahrung.

-          Die Pflanzen können hoch genug wachsen um zu blühen und anschließend Samen zu bilden.

-          Die Wiesen verbessern die Luftqualität und das Mikro-Klima, da sie Feinstaub filtern.

-          Die subjektive Lebensqualität wird gesteigert.

Die Stadt Herzogenrath verwendet auf dem Großteil aller Flächen Regiosaatgut. Es werden also nur einheimische, dem Produktionsraum und Ursprungsgebiet typische Saatgutmischungen verwendet. Die Stadt Herzogenrath liegt in dem Produktionsraum 1 (nordwestdeutsches Tiefland) und in dem Ursprungsgebiet 2 (westdeutsches Tiefland mit unterem Weserbergland).

Für interessierte Bürgerinnen und Bürger, die selber Blüh- oder Langgraswiesen anlegen möchten, erteilt der Bauhof (Herr Thomas Herff +49 2406 83 6206, Herr Rainer Schulte +49 2406 83 6206) gerne Auskunft über geeignetes Saatgut. Die Langgraswiesen brauchen mehrere Jahre Zeit um sich zu entwickeln und können - auch witterungsbedingt - von Jahr zu Jahr unterschiedlich aussehen.


Liste der bereits existierenden Blüh- und Langgraswiesen (8000 m2 insgesamt):

-          Eygelshovener Straße

-          Bicherouxstraße

-          Markttangente

-          Berger Straße

-          Allee der Jahresbäume


Liste aller geplanten Blüh- und Langgraswiesen (19.500 m2 insgesamt):

-          Bahnhofstraße

-          Edith-Stein-Straße-Allee der Jahresbäume (zusätzlich)

-          Friedensstraße

-          Generationspark

-          Hauptstraße

-          Heinrich-Stommel-Weg

-          Kirchrather Straße

-          Oststraße

-          Paul-Leitner-Straße

-          Plitscharder Straße

-          Pöttgenstraße

-          Rathausplatz

-          Schillerstraße

-          Siedlung Schleypenhof

-          Waldfriedhof

-          Weidstraße

-          Wendelinusstraße


Autoren: Thomas Herff, Rainer Schulte, Fabienne Heinrichs


Quellen: