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Kinder und Jugendparlament

"Sie sagen, es ist ermüdend, mit Kindern zu verkehren, sie haben recht, und sie fügen hinzu: Denn man muß auf ihr Niveau heruntergehen, sich bewegen, sich bücken und sich klein machen. Jetzt haben sie unrecht. Das ist es nicht, was müde macht. Es ist eher die Tatsache, daß man bis zur Höhe ihrer Gefühle heraufgehen muß, daß man sich nach oben ziehen, strecken und auf Zehenspitzen schwingen muß, um sie nicht zu verletzen."

Janusz Korczak
aus: "Das Recht der Kinder auf Respekt"

Partizipation von Kindern und Jugendlichen 

Nachdem mit dem eher traditionellen Modell eines Kinder- und Jugendparlamentes in der Vergangenheit zwar manches erreicht werden konnte, aber insbesondere Jugendliche nicht in ausreichender Form beteiligt werden konnten bzw. diese Form der Beteiligung nur unzureichend für sich nutzten, entschloss sich die Stadt Herzogenrath im Jahre 2004 zu neuen Formen der Partizipation von Kindern und Jugendlichen überzugehen.

In seiner Sitzung am 02.06.2005 bat der Jugendhilfeausschuss das Jugendamt, weiterhin projektorientierte Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche zu entwickeln und auszubauen.

Ferner beauftragte er die Verwaltung, mit den weiterführenden Schulen zielgerichtet Kontakt aufzunehmen und gemeinsam nach weiteren gesellschaftlichen Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche im Rahmen von Schule und Unterricht zu suchen und diese umzusetzen.

Seit August 2004 wurden im Rahmen der Projektarbeit zwischenzeitlich folgende Projekte aufgenommen:

Unter dem Titel „Spielplatzdetektive“ haben Kinder der OGS Alt-Merkstein und Klinkheide die Spielplätze in Ihrem Umfeld besucht und bewertet. Am Ende soll es Verbesserungsvorschläge und eine Art von Spielplatzranking geben.

Die Sommerferienspiele 2004 und 2005 werden bzw. wurden im Stadtteil Kohlscheid unter dem Thema „Ministadt Kohlscheid“ durchgeführt. Unter einem ähnlichen Thema (Kinderspielstadt Schlumpfhausen) finden 2005 die Sommerferienspiele im Ortsteil Straß statt. Hierbei können die Kinder das System Stadt spielerisch erkunden und dabei erste Erfahrungen mit politischen Entscheidungsabläufen etc. machen.

Kinder und Jugendliche sind im Rahmen von Partizipation getrennt von einander anzusprechen, da Kinder aufgrund ihrer anderen Wahrnehmungsweise eine wesentlich kleinteiligere Interessenbildung in einem kleinräumigeren Bezugsrahmen vollziehen als Jugendliche. Projektarbeit ist hierfür die adäquate Beteiligungsmethode. Auch Jugendliche können sich eher mit Partizipationsmöglichkeiten identifizieren, wenn sie sich von der Gruppe der Kinder abgrenzen und lebensphasenspezifische Themen aufnehmen können, die ihre Altersgruppe vordringlich interessieren.

Deshalb soll aufbauend auf diese Aktionen und Überlegungen wir folgt vorgegangen werden:

  • Sukzessiver Auf- bzw. Ausbau projektorientierter Beteiligungsformen und

Absicherung dieser Projekte im Rahmen des örtlichen Wirksamkeitsdialogs in der offenen Jugendarbeit.

  • Gezielte Installation von Beteiligungsprojekten für Kinder und Jugendliche in

Stadtentwicklungsprozesse (als Querschnittsaufgabe). Die Initiative hierzu sollte ggfs. durch Fachausschüsse und Fachämter (Bereiche) ausgehen

  • Sukzessiver Aufbau eines stadtteilbezogenen, projektorientierten Beteiligungs-Gesamtkonzepts in Kooperation mit Stadtrat, Fachausschüssen, Stadtentwicklungsplanung, Jugendverbänden, Schulen, Vereinen etc. unter Einbeziehung der Einrichtungen der offenen Jugendarbeit als Projektleitung (bei eigenen Projekten) und Projektkoordination im Stadtteil (für andere Projektträger wie beispielsweise Schulen, Vereine, Jugendverbände etc.). Die neue Dezernatsaufteilung soll hierbei genutzt werden, um sich mit SchulleiterInnen und einschlägigen FachlehrerInnen mit dem Ziel zusammen zu setzen, gemeinsame Beteiligungsprojekte zu entwickeln und
    durchzuführen.
  • Parallel und flankierend zu 1 – 4: Qualifizierung von Mitarbeitern der offenen

Türen (als ModeratorInnen und ProjektleiterInnen) im Rahmen von adäquaten
Fortbildungsveranstaltungen.

Der Jugendhilfeausschuss soll fortlaufend – nach Möglichkeit in jeder Sitzung durch die engagierten Jugendlichen selbst - über die Arbeit informiert werden; dem Stadtrat ist regelmäßig Bericht zu erstatten.
 
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