"Durch die Anstrengungen unseres geschäftsführenden Mitglieds aus Detroit und meiner Wenigkeit haben wir die Besitzer des Israel-American-Pavillon überzeugen können, die vielbesprochene und berühmte Statue vom Moses aus Herzogenrath aus Deutschland herüberzuholen", hieß es in der März-Ausgabe der Zeitschrift "Judaica Historical Philatelic Society".
Telegramme gingen hin und her. Stifter F.B. Schmetz hatte sich bereiterklärt, die Moses-Luftfrachtkosten zu übernehmen. Er und die Ausstellungsleiter in New York hatten ausgemacht, Stillschweigen zu bewahren, bis Moses in den Staaten war. Aber: "Die Moses-Bombe" platzte schon vorher. Der Autor dieser Moses-Biographie interpretierte die Ursache dafür vor mehr als 30 Jahren wie folgt:
"Es war ja immer noch nicht sicher, ob der Pavillon überhaupt neu eröffnet wurde, wegen der Unterbilanz vom vergangenen Jahr. Außerdem war das gerade die Zeit der Nahost-Krise. Nasser auf der einen Seite, die Israelis auf der anderen, und die Deutschen mitten drin. Da kann man sich vorstellen, daß die deutschen Juden an die Decke gegangen sind, als sie das Bild von Moses sahen, der finstere Ausdruck ... und so passierte es."
Die "New York Times" erfuhr vom Entsetzen im Israel-Pavillon und schrieb:
"Die Leitung des Pavillons war erschreckt. Der Moses von Herzogenrath war eine untersetzte Figur mit einer Dornenkrone auf dem Kopf und wenig Kleidern auf der Figur. Man fragte sich, ob diese Statue ... antisemitische Tendenzen habe. Aber man wollte die Bürger von Herzogenrath nicht vor den Kopf stoßen. Die Pavillonleitung entschied deshalb, die 'freundliche Offerte' zurückzuweisen, weil die Idee der Moses-Statue nicht mit ihrer eigenen übereinstimme!"
Diese Worte treffen die Herzogenrather schmerzlich, aber ihrer Anhänglichkeit an Moses taten sie keinen Abbruch, im Gegenteil: Mit noch mehr Liebe schauen die Bürger seit dieser Zeit dem Israelitenführer ins grimmig Auge.