Da jedermann in der Stadt den Moses gut gelungen fand, schickte ihn Paul Dunkel auf die Pariser Weltausstellung. Man schrieb das Jahr 1856. Die Eisenbahngesellschaft übernahm die Kosten. Mit der brandneuen Lokomotive "Franco" fuhr Moses nach Paris. Dort wurde er viel bewundert, bekam auch einen Preis in Form eines Diploms. Zu einem richtigen Preis reichte es allerdings nicht, denn die Pariser Preisrichter waren der Meinung, zu dem richtigen Israelitenführer gehören nicht nur die Gesetzestafeln, sondern auch ein Stab. Und der fehlte dem Moses aus Herzogenrath. Vielleicht fand er deswegen auch keinen Käufer. So wurde er diesmal unfrei auf die Reise nach Herzogenrath geschickt.
Als der Zug mit der Mosesfracht ankam, sah sich Herr Dunkel außerstande, die Frachtkosten zu bezahlen. Dies ist allerdings, so Kenner der Moses-Geschichte, bis auf den heutigen Tag eine dunkle Geschichte geblieben.
Klar ist nur eines: Moses blieb auf dem Bahnsteig liegen. Jahrelang stolperten die Bahnbeamten über ihn - bis der Bahnmeister eines Tages seine Leute fragte: "Was machen wir mit dem armen Kerl? Er ist ja schließlich aus der Bibel..." Diese Worte wurden den alten Herzogenrathern von ihren Vätern überliefert, wie auch die Geschehnisse danach:
Eines Tages zimmerten die Bahnleute ein Podest aus Holzschwellen und stellten den herrenlosen Moses neben dem Bahnhof auf, dekoriert mit ein paar Koniferen.
Er war, wie wir uns einen Moses vorgestellt haben", erzählen die Herzogenrather "mit langen Haaren, langem Bart und den Gesetzestafeln".
Moses I. wurde bald zu einer Sehenswürdigkeit für alle Reisenden, die mit dem Zuge an Herzogenrath vorbeifuhren. Er stand sogar im Baedeker. Auf Anfrage des Autors hat Karl Baedeker IV. am 01. März 1963 mitgeteilt: "Ich habe festgestellt, dass mein Urgroßvater die Moses-Statue gleich nach deren Aufrichtung aufgenommen hat, denn in 'Baedekers Rheinlande', 12. Auflage 1862 heißt es auf Seite 317: 'Am Bahnhof ein colossaler Moses'".